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Freitag, 31. Oktober 2008
Jahresbericht 2008 (Nov. 2007 bis Okt. 2008)

  • >> Jahresbericht von Queeramnesty 2008 (Nov.07 - Okt.08) als PDF (42 kB)

  • >> Annual Report 2008, first part (Nov'07 till Jun'08) in English (PDF)

  • 1. AKTIONEN IM MANDATSBEREICH (Iran: Hinrichtung aufgrund homosexueller Handlungen, Saudi Arabien: 7000 Peitschenhiebe für homosexuelle Männer in al-Baha, Litauen: Entrollen der Regenbogenfahne verboten, Marokko: Urteile in Ksar el Kebir kriminalisieren homosexuelle Handlungen unter Erwachsenen, Schweiz: Drohende Zwangsabschiebung eines schwulen Jugendlichen, Litauen und Lettland: Fortgesetzte schwere Missachtung der Menschenrechte von LGBT, Türkei: LGBT-Organisation Lambda Istanbul gerichtlich verboten, Kamerun: Erneut lange Inhaftierung von Homosexuellen - Freilassung von Baeeg Lazare gefordert, Chicago (USA): Fortgesetzte Polizeigewalt gegen LGBT, Ägypten: Ärzte und Justiz missachten die Rechte von Menschen mit HIV/AIDS, Bosnien: Angriffe auf Sarajevo Queer Festival)
  • 2. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT (Leporello und Postkarte, Webseite, Austausch mit gladt Berlin, Interview in der Gayagenda Zürich, Präsentation bei Expect St. Gallen, International Day Against Homophobia, Präsentation bei Network, Christopher Street Day Zürich, Pride Biel/Bienne 21. Juni2008, Artikel in der Frauen/Lesben Agenda BOA)
  • 3. AI-INTERN (MERSI Bundestreffen, AI Jahresversammlung, ILGA-Konferenz Amsterdam, Euro08-Aktion: Milieuspaziergang in Zürich, Aerial Art in Bern, LGBT-Rights-Conference Stockholm, Amnesty Vierländertreffen Bodensee/Alepnrhein, Vielen Dank an alle, die uns auch dieses Jahr unterstütz haben)
  • Karte regionaler Schwerpunkte unserer Aktionen 2008

1. AKTIONEN IM MANDATSBEREICH


Iran: Hinrichtung aufgrund homosexueller Handlungen (Nov. 2007)

Der 21-jährige Makwan Moloudzadeh wurde in der Öffentlich hingerichtet, weil er als 13-jähriger Analverkehr mit einem gleichaltrigen Jungen hatte. Vor seinem Prozess und der Verurteilung wurde er am 7. Oktober 2006 kahlgeschoren auf einem Esel durch die Strassen von Paveh geführt. Während der Befragungen wurde er angeblich misshandelt. Am 7. Juni 2007 wurde er zum Tod verurteilt. Nach abgewiesener Berufung wurde er trotz aller Anstrengungen und Petitionen am 5. Dezember 2007 hingerichtet.


Saudi Arabien: 7000 Peitschenhiebe für homosexuelle Männer in al-Baha (Nov. 2007)

Von einem Gericht in al-Baha im Südwesten von Saudi Arabien sind zwei Männer wegen sexuellen Kontakten zu 7000 Peitschenhieben verurteilt worden. Ein Teil des Urteils ist offenbar schon vollstreckt. Die Verabreichung der Peitschenhiebe ist in Etappen bis zur vollständigen Vollstreckung der Urteile vorgesehen.
Amnesty International fordert die Regierung mit einer Petition an den Justizminister dazu auf, alle Auspeitschungen sofort einzustellen, da sie gegen Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verstossen.


Litauen: Entrollen der Regenbogenfahne verboten (Nov. 2007)

Das Stadtparlament von Vilnius lehnt es ab, das Entrollen der Regenbogenfahne auf dem Rathausplatz anlässlich der ILGA Europakonferenz zu erlaube. Amnesty International lanciert eine Petition an den Innenminister.


Marokko: Urteile in Ksar el Kebir kriminalisieren homosexuelle Handlungen unter Erwachsenen (Jan. 2008)

Im Dezember 2007 wurden in Ksar el Kebir sechs Männer zu Gefängnisstrafen von bis zu 10 Jahren wegen homosexuellen Handlungen verurteilt. In der Berufung wurden die Strafen teilweise gesenkt. Die Kriminalisierung homosexueller Handlung unter Erwachsenen verletzt das international anerkannte Recht auf Privatsphäre und Diskriminierungsschutz. Amnesty International schrieb deshalb eine Petition an die Botschaft in Bern.


Schweiz: Drohende Zwangsabschiebung eines schwulen Jugendlichen (Feb./März 2008)

Der 18-jährige Kameruner Anatole Zali ist am 3. Februar 2008 in die Schweiz eingereist und hat im Flughafen Zürich ein Asylgesuch gestellt, weil er in seinem Heimatland als Homosexueller verfolgt wird.
In Kamerun, wo auf Homosexualität 5 Jahre Gefängnis steht, werde er mit Haftbefehl wegen seiner sexuellen Orientierung gesucht. Da es ihm nicht möglich war in der Frist von gerade 5 Tagen einen Haftbefehl und andere Beweise beizubringen, ist die Schweiz auf sein Asylgesuch nicht eingetreten.
Nach einer Petition von Amnesty International in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Einzelpersonen wurde die Ausschaffung am 18. März 2008 aufgehoben, nachdem das Bundesamt auf das Wiedererwägungsgesucht eingetreten ist.


Litauen und Lettland: Fortgesetzte schwere Missachtung der Menschenrechte von LGBT (Mai 2008)

In Lettland (Latvia) kämpfen LGBT immer noch um die fundamentalsten Grundrechte. Veranstaltungen werden regelmässig verboten. 2007 wurde die Gay Pride erstmals innerhalb eines abgesperrten Parks erlaubt. GegendemonstrantInnen attackierten die PrideteilnehmerInnen verbal und warfen Sprengkörper, die im Park explodierten.
In Litauen (Lithuania) herrscht ein Klima der Intoleranz gegenüber LGBT. Etwa Verbote von Veranstaltungen wie der Toleranzkampagne für die Menschenrechte; Verbot von Information von Kindern über Homosexualität.
Amnesty International schrieb daher Petitionen an beide Regierung, um sie dazu aufzufordern, LGBT die Grundrechte zu garantieren.


Türkei: LGBT-Organisation Lambda Istanbul gerichtlich verboten (Mai 2008)

Ein Gericht in Istanbul hat die seit 15 Jahren für die Rechte von LGBT kämpfende Organisation Lambda Istanbul als "sittenwidrig" verboten, weil der Vereinszweck gegen das „Gebot zur Wohlfahrt der Familie“ verstosse.
Auch wenn dieser Entscheid noch angefochten werden kann - die andauernden Gerichtsverfahren lähmen Lambda in ihrer politischen Arbeit: finanzielle, juristische und existenzielle Probleme binden alle engagierten Ressourcen.


Kamerun: Erneut lange Inhaftierung von Homosexuellen - Freilassung von Baeeg Lazare gefordert (Juni 2008)

Baeeg Lazare ist der letzte von 10 im August 2007 festgenommenen Männer, der noch im Gefängnis sitzt. In einer Petition verlangen wir seine Freilassung.


Chicago (USA): Fortgesetzte Polizeigewalt gegen LGBT (Juni 2008)

Chicago möchte die Olympischen Spiele 2016 veranstalten. Leider werden aber immer wieder Fälle von Misshandlungen an Lesben und Schwulen durch PolizeibeamtInnen bekannt.
Amnesty International fordert daher den Bürgerminister dazu auf, alles in seiner Macht stehende zu tun, um solche Vorfälle zu unterbinden und die erwähnten zu untersuchen.


Ägypten: Schwere Missachtung der Rechte von Menschen mit HIV/AIDS durch Ärzte und Justiz (Juni 2008)

In Ägypten findet eine regelrechte Hetzjagd gegen Menschen, die als HIV+ vermutet werden, statt. Das scharfe Vorgehen von PolizistInnen und die Teilnahme von medizinischem Personal an der Hetzjagd wird weltweit seht stark kritisiert.
In Briefen an das Gesundheitsministerium und das ägyptische Ärztekonsortium geben wir unseren Befürchtungen Ausdruck, dass die ÄrztInnen bei Befragungen vermuteter HIV-Positiver, ihre ethischen Grundsätze verletzen und durch ihr Vorgehen das Vertrauen in einer privilegierten Patienten-Arzt Beziehung zerstören.


Bosnien: Angriffe auf Sarajevo Queer Festival (Sept. 2008)

Die Eröffnungsveranstaltung des ersten Gay-Festivals in Sarajevo in der Kunstakademie der bosnischen Hauptstadt wurde massiv gestört. Trotz Polizeischutz wurden mindestens acht Teilnehmer Verletzt. Gegen die Veranstalter waren bereits in den letzten Wochen mehrere anonyme Todesdrohungen eingegangen.
Die rechtsnationale Homophobie wird getragen von Vertretern der Geistlichkeit, und zwar gleichermassen der katholischen, orthodoxen und muslimischen.
Amnesty International schreibt eine Petition an die Regierung, um sie dazu aufzufordern, gegen Homophobie und Diskriminierung aller Art vorzugehen


2. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT


Leporello und Postkarte

In diesem Jahr wurde von Claudia Becker eine neue Postkarte im A5-Format sowie ein neuer Falt-Flyer erarbeitet. Vielen Dank an dieser Stelle an Claudia.


Webseite

Auch in diesem Jahr sorgte Hannes für eine stets aktuelle Internetpräsenz. Vielen Dank an den Webmaster!


Austausch mit gladt Berlin

Während dem Bundestreffen der deutschsprachigen MERSI-Gruppen besuchen unsere Delegierten auch die gladt (Gays & Lesbians aus der Türkei) in ihrem Begegnungszentrum in Berlin. Dabei tauschten sie sich mit dem Geschäftsführer unter anderem über die Situation von LGBT-MigrantInnen und Homophobie unter MigrantInnen aus und stellten die Aktivitäten der HAZ-Gruppe GayMigs, in der Queeramnesty mitarbeitet, vor.


Interview in der Gayagenda Zürich

Im Febraur 2008 wird ein Interview mit Alan David in der Gayagenda Zürich veröffentlicht, in dem er die möglichkeiten und Erfolgsquote einer Organisation wie Queeramnesty darstellt: "Eine Unterschrift kann Leben retten".


Präsentation bei Expect St. Gallen

Bei der LesBiSchwulen Jugendgruppe Expect aus St. Gallen waren Tobias und Hannes während einem Treffen anwesend, um Queeramnesty zu präsentieren


International Day Against Homophobia

Anlässlich des IDAHOs lancierte Queeramnesty im Mai eine Werbekampagnen, in der Plakate in Zürcher Trams ausgehängt wurden. Am 17. Mai 2008 machten wir mit zwei Standen in Zürich auf Homophobie in der Schweiz und weltweit aufmerksam. Mit einer Medienmitteilung machten wir auf die Aktion und ihren Sinn aufmerksam; Ivo gab dabei zwei Radiointerviews.


Präsentation bei Network

Am 21. Mai stellte Hans unsere Anliegen bei einem Network-Apéro vor, unterstützt von Hannes und Simon. Wir hatten eine interessierte Zuhörerschaft mit ungefähr 35 Teilnehmern. Beim nächsten Versand wird unser neuer Flyer beigelegt. Vielen Dank an Network!


Christopher Street Day Zürich

Am diesjährigen Christopher Street Day in Zürich am 31. Mai 2008 war Queeramnesty wieder vertreten. Mit einem Stand auf dem Turbinenplatz und Handouts während der Parade machten wir auf uns und unsere Thematik aufmerksam.


Pride Biel/Bienne

An der diesjährigen Pride in Biel/Bienne am 21. Juni 2008 unterstützen wir unsere Schwesterngruppe aus Genf, die einen Stand betrieb.
Stella Jegher vom Amnesty Sekretariat war als Gastrednerin eingeladen und berichtete eindrücklich von ihren Erlebnissen in Riga - wo die Pride unter ganz anderen Umständen (internationaler Druck und Solidarität, grosses Polizeiaufgebot) durchgeführt wurde.


Artikel in der Frauen/Lesben Agenda BOA

Im August schrieb Ueli einen Beitrag in der Frauen/Lesben Agenda BOA. Inhalte waren dabei Queeramnesty und die Yogyakarta-Prinzipien.


3. AI-INTERN


MERSI Bundestreffen

Rund zwanzig Vertreterinnen der regionalen Bezirksgruppen sowie Gäste aus Österreich und der Schweiz fanden sich dieses Jahr in Berlin bei Bundestreffen der deutschsprachigen MERSI-Gruppen vom 16.-18. November 2007 zusammen, um organisatorische und inhaltliche Themen zu behandeln. Dabei wurde u.a. das neue Buch „Das Recht, anders zu sein - Menschenrechtsverletzungen aufgrund sexueller Orientierung“ und die sich an Ort befindlichen Herausgeber ein Highlight.


Amnesty Jahresversammlung

An der Amnesty International Jahresversammlung während vom 18.-20. April 2008 war Queeramnesty anwesend. Hans Markus Herren wurde dabei in den Vorstand von AI Schweiz gewählt und die Yogyakarta-Prinzipien wurden im Rahmen einer angenommenen LGBT-Motion als wichtiges Referenzdokument für die Gewährleistung und Durchsetzung der Menschenrechte von LGBT.


ILGA-Konferenz Amsterdam

Am 26. und 27. April 1008 fand in Amsterdam eine durch die niederländische LGBT-Organisation CoC organisierte ILGA-Konferenz statt, mit 50 TeilnehmerInnen von 30 Organisationen aus rund 15 Ländern. Tobias und Hannes waren anwesend. Dabei waren internationale Solidarität und der zugang zu internationalen Institutionen wie ECOSOC und KSZE Schwerpunktthemen.


Euro08-Aktion: "Milieuspaziergang" (mit Frauengruppe) in Zürich

Am 9. Juli 2008 beteiligte sich Queeramnesty an einem Spaziergang durch das Zürcher Rotlichtmilieu, der von der Zürcher Frauengruppe von Amnesty organisiert wurde, um im Rahmen der Euro08-Aktion auf Zwangsprostitution und Frauenhandeln aufmerksam zu machen.


"Aerial Art" in Bern

Am 12. Juli fand eine durch AI Schweiz organisierte Veranstaltung in Bern statt. Ziel war es, durch eine Luftaufnahme der Teilnehmen, die dabei das Wort Justice formten. Die Veranstaltung war Teil des Weltrekords in "Aerial Art".


LGBT-Rights-Conference Stockholm

Die von der Amnesty International LGBT-Sektion in Schweden organisierte und durchgeführte Menschenrechtskonferenz am 30. und 31. Juli während der EuroPride in Stockholm wurde von zwei Delegierten von Queeramnesty besucht. Themen waren u.a. zukünftige internationale Koordination der LGBT-Sektionen von Amnesty International und Gastreferate aus Weissrussland und Israel, sowie vielen weiteren Themen.


Amnesty Vierländertreffen Bodensee/Alepnrhein

Beim Amnesty-Vierländertreffen Bodensee/Alpenrhein in Wasserburg bei Lindau am Bodensee am 23. August 2008 nahmen wir Teil und erhielten die Möglichkeit, Queeramnesty vorzustellen.


Vielen Dank an alle, die uns auch dieses Jahr unterstütz haben

Unsere Gruppe zählt momentan rund 300 Mitglieder, 60 Spender und 40 Interessierte. Einzig durch diese Unterstützung wird unsere Arbeit möglich.

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Der Jahresbericht 2008 wurde von Ivo zusammengestellt.

< Regionale Schwerpunkte unserer Aktionen 2008
(November 2007 bis Oktober 2008) Karte noch in Arbeit.
Die Karte von www.worldmapper.org zeigt die Grösse der Ländern proportional zur jeweiligen Bevölkerung 2000

Weltkarte, Queeramnesty 2008