Queeramnesty Jahresbericht 2007 (Nov. 2006 bis Okt. 2007)
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Jahresbericht von Queeramnesty 2007 (Nov.06 - Okt.07) als PDF
- >> Annual Report 2007 (Nov'06 till Oct'07) in English (PDF)
- 1. AKTIONEN IM MANDATSBEREICH
(Honduras: Polizeigewalt gegen LGBT Aktivist,
Philippinen: Schutz vor Diskriminierung,
USA: Chicago: Polizeiverhalten,
Indonesien: Folter an Schwulen durch die Polizei,
Iran: Inhaftierung von Männern mit Frauenkleidern,
Kosovo: LGBT Menschenrechtsverteidiger,
Lettland: Schutz vor Übergriffen an Pride,
Saudi Arabien: Auspeitschungen,
Iran: Drohende Hinrichtung von Minderjährigem,
Litauen: Meinungsäusserungsfreiheit schützen)
- 2. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
(www.queeramnesty.ch,
CSD im Juni,
Dokumentationen,
Weiterbildungstag GLL,
Gruppe International mit LOS und Pink Cross,
GayMigs - Unterstützung für Schwule mit Migrationshintergrund)
-
3. AI-INTERN
(Zusammenarbeit in der Schweiz,
Zusammenarbeit international,
Deutschland,
Neuverteilung der Aufgaben)
-
Karte regionaler Schwerpunkte unserer Aktionen 2007
1. AKTIONEN IM MANDATSBEREICH
Honduras: Polizeigewalt gegen LGBT Aktivist (April 07)
Donny Reyes, Aktivist der LGBT Organisation Arcoiris wurde am 18. März 2007 von
Polizeibeamten verhaftet und misshandelt. Auf der Polizeiwache wurde er von
Mitgefangen mehrfach vergewaltigt und geschlagen, offenbar unter Ermutigung der
Polizei. Amnesty International verlangte, dass der Vorfall rasch und unabhängig
untersucht wird, dass die Einschüchterungen eingestellt werden, und dass Arcoiris
ihre Arbeit ohne Behinderungen ausüben kann.
Philippinen: Schutz vor Diskriminierung (November 06)
Ein Gesetzesvorstoss (1738) im Senat forderte einen expliziten und umfassenden
Schutz gegen Diskriminierung auf Grund der sexuellen Orientierung und der
sexuellen Identität. Amnesty International unterstützte dieses Vorhaben mit einer
Petition.
USA: Chicago (November 06)
Im Rahmen der Kampagne gegen Polizeigewalt gegen LGBT in den USA haben wir
Ende 2006 Unterschriften gesammelt. Innerhalb der LGBT-Gemeinschaft leiden
besonders Transgender, Angehörige von ethnischen Minderheiten, Jugendliche und
MigrantInnen unter Missbräuchen. Viele dieser Straftaten bleiben ungeahndet.
Indonesien: Folter an Schwulen durch die Polizei (Juli 07)
In Banda Rayas drangen in der Nacht vom 22. Januar zwei Männer in das Zimmer
zweier Schwuler ein und schlugen auf diese ein. Die herbeigerufene Polizei
misshandelte sie ebenfalls. Am nächsten Tag musste sich einer der Männer
schriftlich verpflichten, keine homosexuellen Handlungen mehr durchzuführen,
worauf die Männer aus der Haft entlassen wurden. Obwohl die beteiligten Polizisten
bereits verhaftet wurden, forderte Amnesty International eine unabhängige und
rasche Untersuchung des Vorfalls.
Iran: Inhaftierung von Männern mit Frauenkleidern (Juni 07)
Am 10. Mai 2007 wurden in der iranischen Provinz Isfahan an einer Privatparty 87
Männer verhaftet. Davon blieben die 17 Männer, welche an der Party Frauenkleider
trugen, in Gewahrsam. Den inhaftierten Männern wird „homosexuelles Verhalten“
sowie Alkoholkonsum vorgeworfen. Laut Augenzeugenberichten sind die Männer bei
ihrer Verhaftung massiv misshandelt und dabei verletzt worden. Amnesty anerkennt,
dass Alkoholkonsum im Iran verboten ist, wollte aber die Inhaftierungsgründe
genauer erläutert und die Polizeimisshandlungen untersucht sehen.
Kosovo: LGBT Menschenrechtsverteidiger (Juni 07)
Der Leiter einer LGBT Organisation in Kosovo wurde wiederholt massiv bedroht.
Andere Übergriffe an Schwulen zeigen, dass die Drohungen ernst zu nehmen sind.
Die Polizei weigerte sich aber, Ermittlungen aufzunehmen, da sie die Drohungen für
nicht ernsthaft hielt. Die Petition rief den Polizeiminister auf, sofortige Ermittlungen
aufzunehmen und die Sicherheit von LGBT AktivistInnen zu garantieren.
Lettland: Schutz vor Übergriffen an Pride (Mai 07)
Anlässlich der Pride 2005 und der Treffen, die die geplante Pride 2006 ersetzten,
wurden die Teilnehmer Opfer von Gewalt durch Gegendemonstranten. Obwohl dies
im Vorfeld verlangt worden war, waren keine Gesetzeshüter anwesend, um
einzuschreiten. Die Urgent Action verlangte Polizeischutz für LGBT Menschen und
den Schutz ihres Rechts auf Versammlungsfreiheit sowie geeignete Massnahmen für
Diskriminierungschutz und Schutz vor Gewalt.
Saudi Arabien: Auspeitschungen (November 07)
Die Urgent Action verlangt den sofortigen Stopp von Auspeitschungen an zwei
Männern, die wegen sexuellen Kontakten verurteilt wurden. Amnesty hält Personen,
die nur wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden, für Gewissensgefangene.
Auspeitschungen sind Folter und verstossen daher gegen internationales Recht.
Iran: Drohende Hinrichtung von minderjährigen „Straftätern“ (Nov. 07)
Makwan Moloudzadeh, ein 21 jähriger iranischer Kurde, wurde 2006 wegen
angeblichem Sexualverkehr mit einem 13jährigen Knaben angeklagt. Die Tat soll
stattgefunden haben, als er selber auch erst 13 Jahre alt war. Im Sommer 2007
wurde er dann deswegen zum Tod verurteilt. Das Urteil ist ein Skandal, vor allem weil
der Verurteilte zum Tatzeitpunkt laut iranischem Recht minderjährig war.
Litauen: Meinungsäusserungsfreiheit schützen (November 07)
Die Petition verlangt, dass das Recht auf Meinungsäusserung und auf
Versammlungsfreiheit auch für LGBT Personen gilt. Die Behörden haben eine
Bustour gegen Diskriminierung und das Hissen von Regenbogenfahnen untersagt.
2. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
www.queeramnesty.ch
Auch dieses Jahr wurde die Website von Hannes stets auf dem neusten
Stand gehalten. Die Seite gibt einen Einblick in unsere Tätigkeiten und Aktionen. Das
Queeramnesty Team dankt Hannes herzlichst für sein Engagement.
CSD im Juni
Am diesjährigen CSD waren wir wieder mit einem Stand anwesend und sammelten
Unterschriften für die zu jener Zeit aktuellen Petitionen (Kosovo, Iran). Um besser auf
uns aufmerksam zu machen, liessen wir T-Shirts mit dem Slogan „Menschenrechte
für alle“ und Internetadresse drucken. Der CSD und vor allem die
Unterschriftensammlungen waren ein enormer Erfolg und wir freuen uns, auch
nächstes Jahr wieder für schwullesbische Anliegen einzusetzen.
Dokumentationen
Um auf unsere Tätigkeiten sowie die Situation von LGBTs weltweit aufmerksam zu
machen, werden verschiedene Dokumentationen erarbeitet. Einerseits haben wir
eine Power Point Präsentation, welche unsere Tätigkeiten stichwortartig
zusammenfasst. Eine ausführliche Zusammenfassung betreffend LGBT Rechte
weltweit ist zur Zeit in Bearbeitung.
Weiterbildungstag GLL
GLL organisiert Schulbesuche, bei denen die SchülerInnen mit der LGBT Thematik
konfrontiert werden. Bei dem jährlichen Weiterbildungstag hatten wir die Gelegenheit,
eine kurze Einführung in die Thematik MuslimInnen und Homosexualität zu gestalten.
Gruppe International mit LOS und Pink Cross
Gruppe International mit LOS und Pink Cross
Im weitesten Sinn Öffentlichkeitsarbeit ist auch unsere Teilnahme an den Sitzungen
der Gruppe International von LOS und Pink Cross. Die Koordination der Gruppen, die
in diesem Bereich aktiv sind, ist wichtig.
GayMigs - Unterstützung für Schwule mit Migrationshintergrund
Wir arbeiteten in einer Arbeitsgruppe der
HAZ
mit, welche vorerst für den Raum Zürich
erfolgreiche eine Vernetzung von Fachstellen (Asylwesen, Quartierzentren, Sprechstunde
Katonsspital uam) zur Unterstützung von Schwulen mit Migrationshintergrund ermöglichte.
Auf Juni 2007 wurde ein GayMigs-Flyer herausgeben.
3. AI-INTERN
Zusammenarbeit in der Schweiz
Queeramnesty hat sich vorgenommen, stärker mit anderen Amnesty-Gruppen
zusammen zu arbeiten. Ein erstes Treffen hat mit der Amnesty Gruppe Zug bereits
geklappt. Dabei stellten wir uns und unsere Tätigkeiten anhand einer Präsentation
vor und diskutierten anschliessend mit der Zuger Gruppe über die Thematik von
LGBTs. Man einigte sich auch mit der Zuger Gruppe allfällige Standaktionen nach
Möglichkeit auch gemeinsam durchzuführen.
Zusammenarbeit international
Der Koordinator war die letzten beiden Jahre im Coordination Team vertreten; die
wichtigsten Ziele dieses Gremiums sind die Vertretung der LGBT-Thematik
gegenüber dem Internationalen Sekretariat sowie die Koordination zwischen den
verschiedenen Gruppen in den Ländersektionen von Amnesty. Da die konkrete Form
der institutionellen Organisationsform von Land zu Land sehr unterschiedlich ist,
haben wir punkto Koordination nicht grosse Fortschritte erzielt. Hingegen hat die
LGBT-Thematik im Internationalen Sekretariat mehr Aufmerksamkeit erhalten.
Mehrere wichtige Aktionen, insbesondere zu Osteuropa, konnten lanciert werden.
Auch die Kampagne gegen Polizeigewalt in den USA war ein Erfolg.
Deutschland
Wie immer, haben wir auch letzten November am Treffen der deutschen
MERSI-Gruppen
teilgenommen, damals in Frankfurt. Wichtigste Traktanden waren natürlich die
Interna der deutschen Gruppen sowie die Besetzung der Ämter für die Koordination
zwischen den Gruppen. Auch die Zusammenarbeit für den Rundbrief war ein
wichtiges Thema. Ein Vertreter aus Weissrussland informierte auf spannende Weise,
wie er Menschenrechtsarbeit unter schwierigen Bedingungen machen kann.
Neuverteilung der Aufgaben
Um die Organisation von Queeramnesty zu optimieren, fand im September eine
Retraite statt, bei welcher wir uns vornahmen, verschiedene Umstrukturierungen
vorzunehmen. Dabei wurden administrative Vorgänge in verschiedene Bereiche
aufgeteilt und an unsere Mitglieder überwiesen.
Ganz allgemein soll einerseits der Gruppenleiter Hans Markus Herren gezielt
entlastet werden, andererseits wollen wir auch unsere Abläufe optimieren und somit
auch ein klares Auftreten –nicht zuletzt auch für Neumitglieder- erreichen.
Ein herzlicher Dank an alle, die uns dieses Jahr unterstützten!
Unsere Gruppe hat nun 300 Mitglieder, 40 InteressentInnen und 60 SpenderInnen.
Nur dank der regelmässigen Unterstützung ist unsere Arbeit möglich.
Regionale Schwerpunkte unserer Aktionen 2007
(November 2006 bis Oktober 2007)
Die Karte von www.worldmapper.org zeigt die Grösse der Ländern proportional zur Bevölkerung 2000
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