Irland: Partnerschaftsgesetz macht aus Lesben und Schwulen Bürger zweiter Klasse
Adoptionsrechte gleichgeschlechtlicher Paare: ROSA: Stiefeltern-Adoption, LILA: volle Adoption möglich.
GRAU: keine.
Gegner des Gesetzes argumentierten, dass die Gay-Adoption die Zahl der Abtreibungen erhöhen würde – weil Mütter Angst hätten, dass ihre Ungeborenen von schwulen Paaren adoptiert werden könnten.
Colm O'Gorman, Executive Director von Amnesty International Ireland, sagt:
«Ein solches Gedankengut, das Schwule und Lesben als einen Fremdkörper ansieht, vor dem man Angst haben und sich verteidigen muss, hat keinen Platz in einer normalen Gesellschaft.»
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Amnesty: Irlands Partnerschaftsgesetz schafft "Bürger zweiter Klasse" (Deutsch)
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat das geplante irische Partnerschaftsgesetz kritisiert, weil es "Bürger zweiter Klasse" schaffe.
Die geplante Reform beinhaltet nicht die gleichen Rechte wie die (heterosexuelle) Ehe. Es wurde bereits Ende Juni von der Regierung vorgestellt. So ist dort die Beibehaltung des Adoptionsverbots für Homo-Paare vorgesehen. Hingegen soll die "Civil Partnership" auch Heteros offen stehen, die nicht heiraten wollen.
Colm O'Gorman, Geschäftsführer von Amnesty International Ireland, präzisierte die scharfe Kritik anlässlich der jährlichen "Pride Lecture" von Amnesty International in Belfast am 28. Juli 2009.
Colm O'Gorman, Geschäftsführer von Amnesty International Ireland. © Amnesty
"Die Regierung hat eine Ehe zweiter Klasse für Bürger zweiter Klasse geschaffen", erklärte Colm O’Gorman, Direktor von Amnesty International Irland, bei einer Rede im nordirischen Belfast. Mit diesem Gesetz würde Diskriminierung auf Jahre festgeschrieben. Er kritisierte insbesondere, dass Gegner des Gesetzes das Bild des "schwulen Schwarzen Mannes" an die Wand malen würde. So haben Konservative argumentiert, dass die Homo-Adoption die Zahl der Abtreibungen erhöhen würde, weil Mütter Angst hätten, dass ihre Ungeborenen von schwulen Paaren adoptiert werden könnten. "Ein solches Gedankengut, das Schwule und Lesben als einen Fremdkörper ansieht, vor dem man Angst haben und sich verteidigen muss, hat keinen Platz in einer normalen Gesellschaft."
Laut Amnesty bedeutet nur die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben Gleichberechtigung. Dies hat die irische Regierung unter dem Verweis auf die Verfassung abgelehnt. Wie in Deutschland enthält auch die irische Verfassung eine Passage, in dem vom "besonderen Schutz" von Ehe und Familie die Rede ist.
Peter Tatchell, der bekannteste britische Homo-Aktivist, hat die geplante Einführung der Eingetragenen Partnerschaften in Irland abschätzig als "sexuelle Apartheid" bezeichnet.
Irland galt lange Zeit als gesellschaftlich äusserst konservatives Land. Homosexualität ist erst seit 16 Jahren legal, das Verbot der Scheidung wurde vor 14 Jahren aufgehoben. Noch heute sind Abtreibungen in so gut wie allen Fällen verboten, so dass betroffene Frauen ins benachbarte Grossbritannien ausweichen müssen. In den letzten Jahren kam es aber zeitgleich mit dem wirtschaftlichen Aufschwung auf der einst bitterarmen zu Liberalisierungsschüben. Eine klare Mehrheit der Iren befürwortet inzwischen die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften.
Kurzinfo:
Im Display-Magazin.
Vergleiche auch die aktuelle Diskussion in Deutschland:
NZZ vom 25. Juli 2009, S. 2: Hürden für Homosexuelle in Deutschland (PDF, 45 kB).
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Hinweis des Webmasters zu Colm O'Gorman
Colm O'Gorman ist nicht nur Geschäftsführer von Amnesty International in Irland. Weit bekannter ist er als Opfer von sexuellem Missbrauch druch die katholische Kirche und als Vorkämpfer für eine Umfassende Aufklärung und Wiedergutmachung. 'Sein' BBC-Film Sex Crimes And Vatican durfte in vielen Ländern nicht gezeigt werden.
Wiki:
Colm O'Gorman (1966) is an Irish victim of clerical sexual abuse
Blog:
Homepage von Colm O'Gorman
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Europakarte der Adoptionsrechte gleichgeschlechtlicher Paare:
ROSA: Stiefeltern-Adoption,
LILA: volle Adoption auch für lesbische und schwule Paare möglich.
GRAU: keine.
Quelle:
Wiki (Eng): LGBT adoption
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Irish gay people being treated like second-class citizens (AI Ireland, 28 July 2009)
Amnesty International Ireland Executive Director Colm O'Gorman is to say the Irish Government's proposed Civil Partnership Bill would create 'a second-class form of marriage for what the Government clearly feels is a second-class group of people'. He will describe the failure of the bill to legislate for the children of gay couples as 'cowardly'. Mr O'Gorman will be delivering the annual Amnesty International Pride Lecture in Belfast on Tuesday 28 July (7pm).
Colm O'Gorman, Executive Director von Amnesty International Ireland. © RTÉ
'At a time when countries around the world are moving forward, ending inequalities, we are enshrining discrimination in Irish law,' said Mr O'Gorman.
'This is not about the right to marry; it is about the right not to be discriminated against because of who you love. Failure to provide full marriage equality means that same-sex couples will not have full protection under the law. In effect, it is creating a second-class form of marriage for what the Government clearly feels is a second-class group of people.
'The most serious weakness of the bill is its failure to provide for the children of gay couples, creating insecurity for families across the state. A same-sex couple will not be allowed jointly adopt their children. Children raised by same-sex couples will be denied the same protection as other children because the Irish Government chooses not to acknowledge their existence and denies their rights. These children will be discriminated against because the Government has decided to discriminate against their parents.
'It is a cowardly decision, undermining the rights of children on the basis of ill-informed arguments rooted in a bigotry that still exists in a small and increasingly marginalised section of Irish society.
'We read the scare stories, the spectre of gay bogeymen coming to steal away children. We hear a national newspaper columnist argue on radio that women are more likely to have abortions out of fear that if they choose adoption, the children might end up with a gay couple.
'This is the kind of thinking that sees gay people as something 'other', something to be afraid of and defended against, as a community that has no place in normal society.
'There are positive aspects to this legislation and some have characterised it as a step towards equality for gay couples, but in a way it shows us just how far short of equality we actually are that human rights activists can be expected to settled for this.'
Quelle:
Amnesty International Ireland:
Irish gay people being treated like second-class citizens
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Reaktionäre Reaktionen:
"No Catholic can support Amnesty any longer" (David Quinn, The Irish Catholic, 31.7.2009)
David Quinn, ein freelance Kommentator für religiöse und sozial Themen im Irish Independent und im Irish Catholic, sowie Gründer des religiös-konservativen, pro-family Think Tank "Iona Institute",
greift Amnesty International frontal an:
Die von einem Katholiken gegründete Organisation wandle sich derart (Reproduktive Rechte [u.a. Abtreibung], Homoehe), dass es kein Kathlik mehr mit seinem Gewissen vereinbaren können, Amnesty zu unterstützen.
The Irish Independent, 31.7.2009, David Quinn: homophobic attacks against Amnesty International (PDF, 80 kB).
Quellen:
independent.ie
und
irishcatholic.ie
Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
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Deutsche Studie zum Thema:
"Nicht von schlechten Eltern":
Kinder in Regenbogenfamilien entwickeln
sich prächtig (HABS)
Erste repräsentative wissenschaftliche Studie im staatlichen Auftrag in
Deutschland über "Kinder in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften".
Uta Kehr, Sprecherin des LSVD zur Studie:
Regenbogenfamilie, © Imago
Die Ergebnisse der Studie bestätigen: Kinder, die in Eingetragenen
Lebenspartnerschaften oder Regenbogenfamilien aufwachsen, sind "nicht
von schlechten Eltern". Sie entwickeln sich genauso gut und prächtig wie
Kinder, die in klassischen Familienformen aufwachsen.
Oft sind sie sogar besser gewappnet fürs Leben: Sie zeigen ein höheres
Selbstwertgefühl, mehr Autonomie und besuchen häufiger bildungsstärkere
Schulen.
Die Studie belegt auch zweifelsfrei: Lesbische Mütter und schwule Väter
können fantastische Eltern sein!
Das war auch nicht anders zu erwarten: Wissenschaftliche Studien aus dem
angloamerikanischen Raum (siehe unsere Literaturliste zu
Forschungsbefunden über Regenbogenfamilien) zur Lebenswirklichkeit von
Regenbogenfamilien attestieren lesbischen Müttern und schwulen Vätern
seit langem eine adäquate Erziehungsfähigkeit und ihren Kindern eine
gelungene emotionale, soziale oder psychosexuelle Entwicklung.
Diese hieb- und stichfesten Ergebnisse widerlegen kompetent alle
Argumente rückwärtsgewandter Kreise gegen ein gemeinsames Adoptionsrecht
für eingetragene Lebenspartnerschaften. Es gibt kein Argument gegen eine
rechtliche Gleichstellung von Ehepaaren mit Kindern und eingetragenen
Lebenspartnerschaften mit Kindern.
Die Zusammenfassung findet Ihr hier (PDF, 3 Seiten, 200kB, LSVD)
Literaturliste zu Forschungsbefunden über Regenbogenfamilien (PDF, 5 Seiten, 95 kB, LSVD)
Vergleiche auch die aktuelle Diskussion in Deutschland:
NZZ vom 25. Juli 2009, S. 2: Hürden für Homosexuelle in Deutschland (PDF, 45 kB).
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March for Marriage - August 9th 2009, Dublin
NOISE ist die unabhängige Organisation, welche sich in Irland für zivile Ehe für gleichgeschlechtliche Paare einsetzt. NOISE besteht seit 2007.
LGBT Noise - Dublin
Gemeinsam mit MarriagEquality organisierte MOISE am 9. August den March for Marriage - August 9th 2009 vor der Dublin City Hall, Dame Street, mit rund 5000 TeilnehmerInnen.
... auch ein Vertreter von Queeramnesty nahm daran Teil!
MarriagEquality - Dublin
Medien:
09.08.2009:
Irish Times: Protest supports same-sex marriage, by Tim O'Brian
11.08.2009:
Irish Independent: Why same-sex couples must be allowed to marry, by Colm O'Gorman
12.08.2009:
Irish Independent: Dogmatic liberalism insists that tolerance isn't enough, by Kevin Myers
Kevin Myers erkennt zwar, dass "Toleranz mit Geringschätzung einhergeht", hat aber eine panische Angst davor, dass nun gleich noch weitere Forderungen kommen, wie "kirchliche Heirat für Homsexuelle, Komunion für Muslime, Recht auf Heirat für lesbische Jesuitinnen."
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