2. Einem 22-jährigem, schwulen Folteropfer gelingt die Flucht
Im September ist Amir, einem schwulen Folteropfer, die Flucht in die Türkei gelungen.
Amir wurde von einem Undercover-Polizisten bei einem Chat-Date festgenommen und anschliessend gefoltert
(erpresstes Geständnis, sexuelle Misshandlung, Auspeitschung).
Wir haben aber die Vorkommnisse beim EDA thematisiert und bleiben auch sonst dran.
Amnesty hat bisher keine Aktion lanciert.
Amnesty besteht bekanntlich auf hohen Standards betreffend Dokumentierung von Fällen.
Und das scheint in Iran eine schwierige Angelegenheit zu sein.
Auch die Folgen für die direkt Betroffenen werden regelmässig erörtert,
wenn Amnesty die Strategie für den Umgang mit Menschenrechtsverletzungen diskutiert.
Stellungnahme der
Persion Gay and Lesbian Organization (PGLO) Übersetung von uns
Einem 22-jährigem, schwulen Folteropfer gelingt die Flucht aus Iran (Stand Oktober 2005)
Liebe UnterstützerInnen unserer ai-Aktionen,
Die Welt ist seit dem Sommer nicht stillgestanden, und nicht alles ist besser geworden: Wir haben uns intensiv mit der Situation in Iran beschäftigt. Dort haben neben Exekutionen nun auch Folteropfer von sich reden machen.
Im September ist Amir, einem schwulen Folteropfer, die Flucht in die Türkei gelungen. Amir wurde von einem Undercover-Polizisten bei einem Chat-Date festgenommen und anschliessend gefoltert (erpresstes Geständnis, sexuelle Misshandlung, Auspeitschung).
Wir haben aber die Vorkommnisse beim EDA thematisiert und bleiben auch sonst dran.
Amnesty hat bisher keine Aktion lanciert. Amnesty besteht bekanntlich auf hohen Standards betreffend Dokumentierung von Fällen. Und das scheint in Iran eine schwierige Angelegenheit zu sein. Auch die Folgen für die direkt Betroffenen werden regelmässig erörtert, wenn Amnesty die Strategie für den Umgang mit Menschenrechtsverletzungen diskutiert.
Schon wieder eine Katastrophe: Der 22jährige Amir wurde brutal gefoltert
Iranische Homosexuelle leben noch immer in Unsicherheit
Amir, ein iranischer Homosexueller, hat kürzlich über sein Leid gesprochen, und jeder, der davon erfährt, ist erschüttert.
Als Amir noch ein Kind war, wurde sein Vater im irakisch-iranischen Krieg getötet. Amir litt auch immer unter sozialen Problemen. Aufgrund seiner sexuellen Orientierung und des sich daraus ergebenden Unterschiedes zu anderen Menschen machte er während seiner Ausbildung und an der Uni viel durch. Als er andere Homosexuelle kennen lernte und in ihnen Menschen mit gleichen Gefühlen fand, haben sich seine Probleme nicht verringert, sondern noch vergrössert. So wurde er auf einer Party festgenommen und zu einer Busse verurteilt. Er wurde auch oft von den islamischen Sittenwächtern (Niruhaj-e Entezami) und der Schlägertruppe des iranischen Regimes (Basij) festgenommen. Und weil er der Sohn eines Märtyrers war, wurde er noch mehr misshandelt als andere, weil die Sicherheitskräfte glaubten, dass Amir mit seinem homosexuellen Verhalten das Blut der Märtyrer schände. Aber er hat eigentlich nichts anderes getan als sich so verwirklicht, wie er geschaffen wurde, er ist ein Homosexueller wie andere, die wie er fühlen.
Seit die Polizei und Schlägertruppen unter falscher Identität in Chatrooms Kontakte zu Homosexuellen knüpfen, hat sich die Situation im Iran verschlechtert. Ein Mitarbeiter dieser Sicherheitskräfte hat auch Amir im Chatroom angesprochen und sich mit ihm verabredet. Aber als sie sich getroffen haben, wurde Amir festgenommen und zur Sittenpolizei gebracht. Dort wurde er während mehr als einer Woche festgehalten und zu 100 Peitschenhieben verurteilt. Im Gefängnis wurde das Urteil dann vollstreckt.
Nach diesem Vorfall stand Amir unter ständiger Kontrolle, wurde mehrmals von der islamischen Polizei verhört und mit dem Tod bedroht. Nach der Hinrichtung von zwei jungen Männern in Mashhad wegen Homosexualität hat die Polizei Amir wieder aufgeboten und ihm gedroht, dass ihm das gleiche Schicksal wie diesen beiden Männern bevorstehe, wenn die Polizei Amir wieder bei so etwas erwische.
Amir hat bis jetzt nicht über seine Erlebnisse gesprochen, weil er im Iran unter grossem Druck stand. Aber da er kürzlich ins Ausland geflohen ist, hat er zum ersten Mal davon erzählt. Auf unserer Seite können Sie Bilder sehen, die die Folterspuren an Amirs Körper zeigen.
Die Persian Gay and Lesbian Organization (PGLO) verurteilt Menschenrechtsverletzung wie die, die Amir erleben musste, auf Schärfste und verlangt für dieses Thema mehr internationale Aufmerksamkeit. Die iranischen Homosexuellen werden stark diskriminiert und sogar mit dem Tod bestraft. Wir haben vielleicht nur von Einzelfällen erfahren, denn vermutlich bleiben viele Fälle wegen der Angst der Betroffenen im Dunkeln oder werden mit andern Tatbeständen verknüpft, damit der wahre Grund für eine Bestrafung unbekannt bleibt.
Die PGLO verlangt von allen Menschenrechtsaktivisten, besonders den homosexuellen, dass sie gegen diese homophoben Verhältnisse protestieren. Wir müssen die Wiederholung solcher Verbrechen an den Menschenrechten verhindern.
Arsham Parsi, Chef der Menschenrechtskommission der PGLO (www.pglo.org)
Uebersetzung: Queeramnesty Switzerland.
Weitere Informationen:
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Orgiginalartikel über Folter und Flucht von direland "They'll kill me"
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