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Stop Murder Music Zürich gegen homophobe Hassmusik gegründet Drucken E-Mail
Mittwoch, 22. Juli 2009
Nun auch in Zürich: STOPP MURDERMUSIC gegen homophobe Hassmusiker aus Jamaica und anderswo.

Vor dem Hintergrund tödlicher, homphober Gewalt in Jamaica (vlg: Jamaica: Amnesty International condemns homophobic violence (AI Index: AMR 38/004/2007, 16 April 2007) und die Dokumentation: Hated to Death, PDF, 450 kB von HRW) sind Auftritte von Hasssängern auf der Bühne besonders zynisch. Das Berner Manifest: Stop Murder Music engagiert sich mit Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit gegen solche Auftritte.
Nun häufen sich Konzerte von Hasssängern auch in Zürich, etwa Rote Fabrik (durchgeführt), Jugendzentrum Dynamo (abgesagt). Vielen ZuhörerInnen, welche in die Lieder mit Aufrufen zu Mord im Chorus mitsingen ("All buggers and sodomites should be killed."), ist der reale Hintergrund nicht wirklich bekannt.
Dies will Stop Murder Music Zürich ändern.

Amnesty International Jahresbericht 2008 zu Jamaica (Deutsch)
Amnesty International Jahresbericht 2009 zu Jamaica (Deutsch)

Jamaica: Amnesty International condemns homophobic violence (AMR 38/004/2007)
Jamaica: gang and police violence in the inner cities (AMR 38/004/2008)

Buchbesprechung: The Greatest Taboo. Delroy Constantine-Simms. (NZZ, 28.6.2001)

Mehr Infos, Medienmitteilung:


Stop Murder Music ZH gegründet 22. Juli 2009, Medienmitteilung

In den letzten Jahren sind innerhalb der Reggae-/Dancehall-Music zunehmend homophobe Battyman-Tunes aufgekommen. DJs, DJanes und MCs rufen in solchen Songs zu Gewalt, mitunter direkt zu Mord an Schwulen und Lesben auf. Und die Masse grölt mit! Zwar spielt solche Hassmusik nur eine kleine, radikale Minderheit, doch deren Aufkommen gilt es zu unterbinden.

Seit einiger Zeit häufen sich im Kanton Zürich die Auftritte von zu Gewalt gegen Homosexuelle aufrufenden Bands, Soundsystems und DJ(ane)s, sogenannter "Battyman-Killer" (im Jamaikanischen Patois werden schwule Männer unter anderem als Battymen bezeichnet). Darum hat sich nun in Zürich die Organisation StopMurderMusicZH formiert.

Ziel von StopMurderMusicZH ist es, aufzuklären über bevorstehende Auftritte von Battymen-Killern und entsprechenden Soundsystems in unserem Kanton. Wer direkt zu Gewalt aufruft, soll hier keine plattform bekommen! Darum sucht StopMurderMusic stets auch den Dialog mit Veranstalterinnen und Veranstalter und weist auf Reggae-/Dancehall-Events hin, welche gute Musik ohne Hasspropaganda bieten.

Die Mitglieder und Initianten von StopMurderMusic sind selber kritische Reggae-/Dancehall-Veranstalter und -Fans.

Entstanden ist StopMurderMusicZH aus dem Umfeld von StopMurderMusicBern, welches sich seit 2008 erst in Bern, dann zunehmend in der ganzen Schweiz gegen Aufführungen von Battyman-Killers und deren Songs engagiert. Weil viele solche Events auch in Zürich statt finden, haben sich Zürcherinnen und Zürcher aus dem Umfeld von StopMurderMusicBern als StopMurderMusic ZH formiert.

Website: www.stopmurdermusic-zh.ch

Medien:
20 min: Keine Bühne mehr für Homo-Hetze
Tagi: Schluss mit «exekutiert alle Homos»
NZZ: Manifest gegen «Murder Music»

"Rebelles" statt Homohass!
Stop Murder Music Bern und Zürich begrüssen den Entscheid des "Reeds-Festivals" Pfäffikon ZH, die Ragga-/Dancehall-Reggae-Band "Iries Revoltés" zu engagieren. Kritik üben Stop Murder Music Bern und Zürich hingegen an einigen Soundsystems der Randveranstaltung "Reeds Neverend Afterparty" und am Auftritt von "Mr. Vegas" in der "LG-Bar" in Zürich-Oerlikon. Mit dem Auftritt von "Iries Revoltés" am 25.7.09 wird im Grossraum Zürich seit langem wieder einmal ein Zeichen GEGEN Homohass-Songs im Dancehall-Reggae gesetzt. Speziell mit ihrem grossen Hit "Rebelles" beziehen "Iries Revoltés" deutlich Stellung gegen Homohass und für eine grundlegende Veränderung im Dancehall-Reggae. Auch ihr restliches musikalisches Schaffen und ihr politisches Engagement richtet sich gegen Rassismus, Faschismus, Sexismus, Homohass und Unterdrückung.

Homophobe Plattenteller

Dieselbe Grundhaltung und dasselbe Engagement wünschen sich Stop Murder Music Bern und Zürich auch von einigen der Schweizer Dancehall-/Reggae-Soundsystems, die am 24. + 25.7.09 an der "Reeds Neverend Afterparty 2009" - einem vom "Reeds-Festival" unabhängigen Anlass in der Pfäffikoner Badmintonhalle - für Stimmung sorgen. Speziell die Soundsystems "Blood A Run" (ZH), "Out and Bad Sound" (ZH), "Straight Sound" (GE) und "Ganja Force" (SO) lassen - was den Umgang mit Homohass und die Abgrenzung zu militanten-homophoben Dancehall-Reggae-MusikerInnen und -Songs betrifft - zu wünschen übrig. Hier einige Beispiele:
  • Die Afterparty-Organisatoren "Blood A Run" aus Zürich waren am 20.9.08 Support-Soundsystem am Konzert von "Vybz Kartel" (11 Homohass-Songs) in der Alten Kaserne Zürich.
  • Das Soloprojekt "Out and Bad Sound" war am "Vybz Kartel"-Konzert ebenfalls Support-Soundsystem und war zusammen mit "Yard Style Promotion" massgeblich an der Organsiation des Konzerts beteiligt.
  • "Straight Sound" aus Genf produzierten unter anderem mit "Sizzla" (13 Homohass-Songs) und "Bounty Killer" (22 Homohass-Songs) dieses Jahr gemeinsame Dubplate-Songs
  • "Ganja Force" aus Olten verwendeten (nicht als einziges Soundsystem) zwecks Aufheizen für den Soundsystem-Contest "1-2-3-Baddadan Swissclash 2008" im Gaskessel Biel (29.11.08) den Homohass-Song "Stay Far From We (Batty Bwoy) von "Dr. Evil" zum Niedermachen der Konkurrenz-Soundsystems

Mr Vegas - Bun Chi Chi Man
Ein Vertreter der militant-homophoben Subkultur innerhalb der jamaikanischen Dancehall-Reggae-Community soll am 31.7. im "LG-Club" in Zürich-Oerlikon auftreten: Clifford Smith, besser bekannt unter seinem Künstlernamen "Mr Vegas", der mit seinem Homohass-Song "Nah Promote" - aka "Bun Chi Chi Man" aka "No Promotion" - (2001, First Name Records,) mit der Aufforderung zur Verbrennung von "Chi Chi Man" (Schwule) das pure Gegenteil der Messages von "Iries Revolts" vertritt.
Weniger militant und tödlich sind andere "Mr Vegas"-Songs, die es bei postpubertär-homophoben Seitenhieben belassen. Ziemlich bizarr ist der Versuch von "Mr Vegas" in "Cocky She Want" (2002, Greensleeves Records), die Welt davon zu überzeugen, dass ein Heteromann (Mr Vegas?) Frauen besser befriedigen könne als eine "Sodomite" (Lesbe)... (siehe auch http://www.youtube.com/watch?v=wMK-sPT99QU).
Die "Mr Vegas"-Konzert-OrganisatorInnen "Haunted Promotion" aus Zürich organisierten in den letzten Jahren regelmässig Konzerte von Dancehall-Reggae-Grössen mit Homohass-Song-Vergangenheit und -Gegenwart (siehe auch http://www.stopmurdermusic.ch/reitschule/stopmurdermusic/Texte/DerFallBujuBanton.pdf, S. 4). Auf "Elephant Man" (17 Homohass-Songs), "Bounty Killer" (22 Homohass-Songs), "Mavado" (3 Homohoss-Songs) und "Buju Banton" (2 Homohass-Songs, einer davon ein Jahrzehnte-Hit) folgt nun "Mr. Vegas". Mit dem "LG-Club" in Zürich-Oerlikon scheinen sie einen neuen Club für ihr Treiben gefunden zu haben.

Fazit: So nicht, meine Herren!

Es ist skandalös, dass es auch im Jahre 2009 gewisse Schweizer Soundsystems sowie gewisse Party- und KonzertorganisatorInnen immer noch nicht schaffen, sich verbal und praktisch deutlich von Homohass und Homophobie zu distanzieren.
Den genannten Schweizer Soundsystems, "Haunted Promotion", dem "LG-Club" und "Mr Vegas" möchten wir deshalb nachdrücklich das Studium der Texte von "Iries Revoltés" ans Herz legen - insbesondere natürlich die Lyrics von "Rebelles".
Mit freundlichen und kämpferischen Grüssen
Stop Murder Music Bern und Zürich

Der Initiant Roli Munz. Hier beim "Zuschlagen" gegen Häusliche Gewalt an der Aktion der Amnesty International Frauengruppe, 19. Juni 2006 beim Züricher Rathaus, anlässlicher der Abstimmung im Kantonsrat. © Amnesty.

Für weitere Auskünfte stehen gerne zur Verfügung:
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Mit freundlichen Grüssen
Roland Munz.
www.rolandmunz.ch