| Asyl und Migration auf Grund von sexueller Orientierung und Identität |
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| Donnerstag, 28. Mai 2009 | ||||
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Ein Engagement von Amnesty International im Rahmen der Europride 2009.
ACT OUT FOR EQUAL RIGHTS: Alle Infos und Fotos Amnesty International @ Europride 2009. Rund 40 Personen besuchten die Fachtagung Asyl und Migration auf Grund von sexueller Orientierung und Identität am Donnerstag, 28. Mai 2009, 19 bis 22 Uhr im Grossen Saal, Gemeinchaftszentrum Bäckeranlage
Vorträge und anschliessende Podiumsdiskussion werden sich mit der spezifischen Situation von sexuellen Minderheiten, mit der Fluchtgründen, mit dem Asylverfahren in Bezug auf sexuelle Orientierung und Identität in der Schweiz beschäftigen. Zudem werden Verbesserungsmöglichkeiten von der aktuellen Lage und die mögliche Unterstützung von LGBTI Aktivisten diskutiert.
Eine Fachkonferenz von Amnesty International im Rahmen der Europride 2009 Kontakt: Nicolas, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. Nach einer Einführung in die Thematik (Denise Graf: Jurisitsche Aspekte, Engagement von Amnesty; Simone Preiswerk: Psychligische Aspkete und Sozial Arbeit) diskutierten unter der Gesprächsleitung von Simone Brander (LOS, Moderatorin ILGA): - Pierre Fankhauser (langjähriger Asylbetreuer als Volontair von Queeramnesty), - Denise Graf (Asyl-Juristin Amnesty Schweiz), - Andreas Nägele (Psychologe, Präsident Amnesty Lichtenstein) und - Simone Preiswerk (Soziale Arbeit, Bachelorarbeit zu "Queer Refugees"). Mehr: Medienmitteilung Queer Refugees in der Schweiz (PDF, 34 kB) - und Einladungschreiben mit Programm (PDF, 340 kB), ferner: Flyer als A4-Seite (PDF, 270 kB) Beiträge: Thematische Agenda des Anlasses "Queer Refugees" Präsentation von Simone Preiswerk Zusammenfassung der "Queer Refugees" – Homosexualität als Asylgrund (Bachelorarbeit Soziale Arbeit ZAHW, PDF, 17 kB) Link zur Podiumsdiskussion Homosexualität und Migration, 17. Juni 2005, Luzern Grüne fordern: Homosexuelle Flüchtlinge brauchen unseren Schutz, Juni 2009 Radio RTR: Kurzes Gespräch mit Denise Graf im Radio RTR (französisch, 28.5.2009, 12:30, 2:12) Tagesanzeiger: Als Schwuler im Iran (PDF, 130 kB) 04.06.2009: Queer Migrant Women: WoZ-Interview mit Bettina Büchler. Mehr zum Thema Homophobie, Einwanderung: (09.08.2010) NZZ: Schweiz: Migration Heimlich schwul (27.04.2010) Bern: Bernmobil verbietet Plakate für schwule und lesbische MigrantInnen in Tram und Bus (08.01.2010) Strassenmagazin Surprise: Du darfst nicht lieben wen du willst (21.12.2009) Schweiz, TV-Beitrag: Schwule Migrantensöhne von Familie verstossen (31.12.2009) Kreuzberg: Was geht mich das an? Ein Film zu Mehrfachdiskriminierung (19.06. 2009) Schattenbericht Rechtsextremismus, Rassismus, Homophobie. Berliner Zustände (26.06. 2009) Dokumentation zur Fachtagung Homophobie in der Einwanderungsgesellschaft Plan und Wegbeschrieb Anreise - Einladung - Medienmitteilung
Mit Tram 8 oder Bus 32 bis Helevetiaplatz, dem Tram der Stauffacherstrasse ca 100 folgen und rechts in den Park. Mit Tram 8 oder Bus 31 bis Bäckeranlage, durch Park zum GZ. Oder mit Tram 2, 3, 9, oder 14 bis Stauffacher, dort der Stauffacherstrasse entlang über den Helvetiaplatz (ca 5 Min) zum Park. Anreise - Einladung - Medienmitteilung Asyl und Migration aufgrund sexueller Orientierung und Identität Einladung zur Veranstaltung vom 28. Mai 2009, 19:00 – 21.00 Uhr Gemeinschaftszentrum Bäckeranlage, Hohlstrasse 67, Zürich. Sehr geehrte Damen und Herren, In den letzten Jahren hat sich die Situation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT) in der Schweiz deutlich verbessert, nicht zuletzt durch die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Noch immer werden aber in vielen Ländern Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Identität verfolgt, bedroht und bestraft, in einigen Ländern sogar mit dem Tod. Nicht nur die Staaten als solche verfolgen sexuelle Minderheiten, sondern oft auch Familien und Gemeinschaften. Viele Betroffene sehen sich gezwungen, vor ihrer Familie oder staatlichen Verfolgern aus dem Heimatland zu fliehen – in der Hoffnung, in einem anderen Land Sicherheit und Akzeptanz zu finden. Amnesty International engagiert sich seit mehreren Jahren für die Menschenrechte von sexuellen Minderheiten. Amnesty Schweiz setzt sich ein für die Gewährleistung einer rechtmässigen Prüfung von Asylgesuchen auf Grund sexueller Orientierung oder Identität sowie für eine breitere Wahrnehmung dieser Thematik bei Behörden, Asylorganisationen und in der Bevölkerung. Gerne möchten wir Sie deshalb einladen zur Abendveranstaltung Asyl und Migration aufgrund sexueller Orientierung und Identität, welche im Rahmen der Europride stattfindet. Die Veranstaltung soll Ihnen die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit der besonderen Situation von LGBT geben und Sie als Fachleute unterstützen, die spezifischen Bedürfnisse von LGBT zu erkennen und ihnen kompetent begegnen zu können. Wir hoffen, dass Sie sich angesprochen fühlen und die Gelegenheit nutzen, sich über diese Thematik zu informieren. Wir freuen uns, Sie am 28. Mai zu begrüssen. Mit freundlichen Grüssen Nicolas, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. Anreise - Einladung - Medienmitteilung Fakten und Hintergrundinformationen Queer Refugees in der Schweiz Queer Refugees sind Flüchtlinge, die aufgrund der sexuellen Orientierung oder der geschlechtlichen Identität ihr Land verlassen müssen. Sie fliehen aus der Heimat, weil sie als Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender verfolgt, bedroht und bestraft werden. Iran, Mauretanien, Nigeria, Katar, Saudiarabien, Sudan und Jemen kennen weiterhin die Todesstrafe für homosexuelle Akte. In anderen Ländern sind Menschen aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermuteten sexuellen Orientierung in Haft. Nicht nur Staaten verfolgen sexuelle Minderheiten, sondern oft auch Familien und Gemeinschaften. Viele Betroffene sehen sich gezwungen zu flüchten. Sie hoffen, in einem anderen Land Sicherheit und Akzeptanz zu finden. Ein Beispiel für die Fluchtgeschichte eines Queer Refugee ist der Fall von C. (der Name ist Amnesty International bekannt.), der 2009 in der Schweiz Asyl erhalten hat. Zuvor musste er sich während Monaten in der Hauptstadt seines Heimatlandes Kamerun verstecken. Seine Familie hatte ihn wegen seiner sexuellen Orientierung bedroht. Bei einem Besuch einer Gay-Bar wurde er von der Polizei aufgegriffen und festgehalten. Hinter Gittern Die Verhaftung von Christian ist kein Einzelfall. Amnesty International machte etwa den Fall von Baeeg Lazare öffentlich. Die Polizei verhaftete den Kameruner im August 2007 zusammen mit neun anderen jungen Männern. Er verbrachte fast ein Jahr hinter Gittern auf Grund des Paragraphen 347 des kamerunischen Strafgesetzes, der einvernehmliche, gleichgeschlechtliche Akte unter Erwachsenen kriminalisiert. Im Gegensatz zu Baeeg Lazare hatte Christian mehr Glück: Er konnte sich dank der finanziellen Unterstützung eines Bekannten freikaufen und entschied sich nach diesem Erlebnis dafür, nach Frankreich zu flüchten. Bei der Zwischenlandung in Zürich nahm die Polizei Christan fest, weil er falsche Ausweispapiere auf sich trug. Der Kameruner stellte daraufhin in der Schweiz ein Asylgesuch, ohne jedoch den wahren Grund seiner Flucht anzugeben. Der Antrag wurde abgelehnt. Erst nachdem er mit einem Vertreter des Schweizerischen Roten Kreuzes gesprochen hatte, gab Christian seine Homosexualität als Asylgrund an. Nun folgte ein langer und schwieriger Rechtsweg. Im April 2009, vier Jahre nach seiner Ankunft in der Schweiz, erhielt Christian eine Aufenthaltsbewilligung, die ihm ein Leben in Sicherheit und Würde ermöglicht. Hohe Dunkelziffer Die Schweizer Sektion von Amnesty International unterstützt rund zehn Personen pro Jahr, die in einer vergleichbaren Situation wie Christian sind. Wie viele Queer Refugees in der Schweiz Schutz suchen und wie viele tatsächlich Asyl erhalten, ist schwer abzuschätzen. Das Bundesamt für Migration gibt dazu keine Statistiken heraus. Zwischen 1993 und 2005 hat die Asylrekurskomission rund 50 Fälle behandelt, in denen das Asylgesuch mit der Verfolgung wegen Homosexualität begründet wurde. Die Dunkelziffer bei Queer Refugees, die keine Angaben über den wahren Grund ihrer Flucht machen, ist hoch. Viele reden bei der Befragung zu ihrem Asylgesuch nicht offen über ihre sexuelle Orientierung oder ihre geschlechtliche Identität. Queer Refugees haben meist über Jahre ihre Sexualität unterdrückt oder aus Angst vor Diskriminierungen geheim gehalten. Sie befürchten, dass auch die Schweizer Behörden Anstoss daran nehmen und das Asylgesuch ablehnen. Deshalb machen Queer Refugees oft andere Fluchtgründe geltend und erzählen den Behörden eine entsprechend weniger glaubwürdige Geschichte. Die Folge davon ist, dass sie trotz der akuten Gefährdung in den Herkunftsstaaten einen negativen Asylentscheid erhalten. Fortgesetzte Diskriminierung In der Schweiz angekommen, sind Queer Refugees oft der Diskriminierung und der verbalen Gewalt anderer Asylsuchender ausgesetzt. Die Homophobie, die in einigen Ländern oder Kulturen herrscht, äussert sich auch im Alltag in den Asylzentren. Das Personal nimmt die Probleme von Queer Refugees oft nicht wahr oder ist damit überfordert – auch weil die Schulung dafür fehlt. Die Erfahrungen von Amnesty International zeigen, dass die Schweiz in der Praxis zu wenig für den nötigen Schutz und die Bedürfnissen von Queer Refugees unternimmt. Ihre Rechte und Würde sind nur gewährleistet, wenn sich die Behörden, aber auch die Mitarbeitenden von Asylzentren und Hilfswerken stärker mit diesem Thema auseinandersetzen. Aus diesem Grund organisiert die Gruppe Queeramnesty der Schweizer Sektion von Amnesty International am 28. Mai 2009 in Zürich eine Veranstaltung zum Thema Queer Refugees im Rahmen der EuroPride 2009. Mit Vorträgen und einer Podiumsdiskussion soll über die Situation und den Probleme von Queer Refugees in der Schweiz informiert und über konkrete Verbesserungsvorschläge diskutiert werden. Queeramnesty engagiert sich für Menschenrechte Amnesty International setzt sich mit Kampagnen und Aktionen explizit für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender ein. Weltweit gibt es in über 30 Ländern AI-Gruppen, die spezifisch zu diesem Thema arbeiten und auch Queer Refugees unterstützen. In der Schweiz sind die Gruppen «Queeramnesty» und «Homosexualités et droits humains» aktiv. geneve.lgbt.ch (en français) Für Rückfragen: Daniel Graf, Mediensprecher, Tel. 044 200 33 50, Mobil 076 588 09 68
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