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Samstag, 31. Mai 2008


CSD in Zürich / Pride in Riga (Lettland)

Riga Pride 2008 Unterschiedlicher hätten die Veranstaltungen zum 39. Jahrestag des Aufstandes von Schwulen, Lesben und Transsexuellen an der Christopher Street in New York (1967) nicht sein können. Beide aber können als "Erfolg" im Kampf für unsere Rechte gewertet werden.

In Zürich nahmen rund 13.000 Personen teil. Queeramnesty war mit den alten und neuen Tragplakaten von "Liebe ist ein Menschenrecht" zu "Menschenrechte für alle - Stopp Homophobie" unterwegs. Unser Stand wurde beachtet, viel unterschrieben die Protestbriefe an die baltischen Behörden.

In Riga, im EU-Land Lettland, wurde die Pride erst auf grossen internationalen Druck hin erlaubt und die knapp 200 TeilnehmerInnen nach strengesten Sicherheitsvorkehrungen auf die abgesperrte Strasse eingelassen. Nur wenige Letten trauten sich, an der Parade teilzunehmen, Hinter dem Polizeikordon und auf Brücken schrien und lärmte eine grosse Zahl von rechtsnationalen und religösen GegendemonstrantInnen. Übrigens: In Moskau wurde die Pride gewaltsam aufgelöst.

Zur Briefaktion vom Mai 2008 (EUR 53/001/2008) und weiterführenden Links:: Litauen und Lettland: Fortgesetzte schwere Missachtung der Menschenrechte von LGBT
Kurzbericht und einige Bilder von der Pride 2008 in Riga.

Bericht einer Vertreterin von Amnesty International Schweiz:



Bericht einer Vertreterin von Amnesty International Schweiz:

Am Wochenende war ich bekanntlich in Riga an der Amnesty-Aktion zur Gay-Pride. War eine spannende Aktion. Hier das Wichtigste in Kürze:

  • Es waren 25 AI-Sektionen dem Aufruf des IS gefolgt! Von Griechenland über die Republik Moldau, über die Faröer Islands bis zu den USA, einige mit einem grösseren Zahl von TeilnehmerInnen. Auch das IS (Internationales Sekretariat von Amnesty) war gut präsent. Insgesamt waren wir rund 100 AI-AktivistInnen.

  • Die Pride verlief unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen: Abgesperrte Zone an der Uferstrasse, rundum vergittert, mit Eingangstoren und Security-Check, massenhaft Geheimpolizei, und Bewachung sogar mit zwei Schlauchbooten der Polizei vom Wasser aus.

  • Teilgenommen haben etwa 150-200 Leute, leider auffallend wenige Einheimische (vielleicht 20): sich als LGBT zu outen, ist in Lettland extrem gefährlich. Obwohl ein gesetzlicher Schutz besteht, ist die Stigmatisierung riesig.

  • rund um die Demo lärmten mindestens doppelt so viele Gegendemonstranten und -demonstrantinnen, eine bunte Mischung von Nationalisten, Neonazis, religiösen Fundis und Sekten (New Generation) etc., mit höchst ageressiven Sprüchen, angefangen bei "Gay Pride = Aids Pride", bis hin zur Fäkalsprache, und einem Galgen mit dranhängender Puppe mit der Aufschrift "Ich habe zugelassen, dass das Quai des 11. November von Degenerierten beschmutzt wurde". (das Quai ist sehr symbolisch belegt als Ort der nationalen Befreiung, wurde deshalb auch extra gewählt).
Das Medienecho war recht gut, von Amnesty wurde in den beiden grösseren Zeitungen, die ich im Flugzeug vorfand, allerdings nicht berichtet, vielmehr von "über hundert Leuten mit gelben T-Shirts mit der Aufschrift 'Equality now' und auf dem Rücken einer Kerze mit einem Stacheldraht drum herum".

Die Aktion wird von der lokalen lgbt-NGO und vom IS als grosser Erfolg gewertet, nicht zuletzt weil auch wichtige PolikerInnen Stellung bezogen, u.a. der Präsident, der sich überraschenderweise positiv äusserte (ganz im Gegensatz zum Integrationsminister).

Das IS (Internationals Sekretariat) hat alles filmisch begleitet, siehe Link zu Youtube.

herzlich, Stella.