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Montag, 23. Mai 2005


Muslime und Homosexualität - Menschenrechte und Integration

Öffentliche Diskussion

Montag, 23. Mai 2005, 19 Uhr - im Unternehmen Mitte, Weinbar, Gerbergasse 30, Basel

Bosporus-Brücke Link zum Flyer der Veranstaltung
> Bosporus - Link zum Flyer

Eine Veranstaltung im Rahmen der Pink Festspiele Basel
Mit Katharina Amacker, Hans Marcus Werren, Thomas Kessler, Rolf Stürm, sowie mit schwulen wie nicht-schwulen Muslimen aus dem Iran, aus Pakistan und aus der Schweiz.

  • Hans Marcus Werren von Amnesty International ging auf die Frage ein, ob Homophobie im Mittleren Osten und in Nordafrika eine religiöse oder kulturelle Grundlage hat, beschrieb die rechtliche und politische Lage von Schwulen und Lesben in muslimischen Staaten und schildert das Engagement von AI for Gays and Lesbians.
    > Link zur Präsentation Muslime und Homosexualität, Menschenrechte und Integration von Hans Marcus Werren

  • Thomas Kessler, Delegierter für Migrations- und Integrationsfragen des Kantons Basel-Stadt, machte einen tour d’horizon durch europäische Grossstädte, in denen es zu Gewalttaten zwischen der einheimischen schwulen und der zugewanderten muslimischen Minderheit kam, schildert die Lage in Basel und diskutierte, welcher Handlungsbedarf für die Schweiz besteht.

  • Dr. Katharina Amacker, Head Diversity von Novartis Schweiz, schilderte, wie bei Novartis in Basel und in den ausländischen Niederlassungen die Akzeptanz der verschiedenen sexuellen Orientierungen und die kulturelle Vielfalt gefördert werden und welche Sanktionen die Firma notfalls gegen Mitarbeitende ergreift, die sich am Arbeitsplatz homophob oder islamfeindlich verhalten.

  • Dr. Rolf Stürm, Grossrat FDP, stellte die Frage, wie ein Integrationsleitbild, wonach mit Differenzen respektvoll umgegangen werden soll, umgesetzt werden kann, wenn die muslimischen Partner aus kulturellen bzw. religiösen Gründen sich nicht wagen, öffentlich über sexuelle Orientierungen zu diskutieren. Was können ein aufgeschlossener multinationaler Konzern und ein liberaler Stadtstaat beitragen, diesen Dialog anzukicken?

  • Ein schwuler Asylbewerber - und gläubiger Muslim - aus dem Iran schilderte eindrücklich seine Lebenserfahrungen und seine Lebenssituation nach der Flucht.

  • Zwei in der Schweiz lebende Muslime erklärten, wie weder Sexualität und schon gar nicht Homosexualität ein Gesprächsthema in der Familie ist.

  • Dr. Yahya Hassan Bajwa, muslimischer Spezialist für Interkulturelle Kommunikation und Mitglied der Pakistanischen Menschenrechtskommission, vertrat wortgewandt und ausschweifend, unter anderem, dass Homosexualität in Pakistan in dieser Form gar nicht existiere.

  • Und schliesslich folgte ein zahlreich erschienenes, vielfältiges Publikum gespannt und interessiert der gut zwei Stunden dauernden Veranstaltung und diskutierte auf der Treppe und im Foyer noch lange weiter.
Medienecho: Bericht von Andy Wolf in OnlineReports.ch

Im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung ist gefragt worden, wieso keine lesbische Muslimin, kein schwuler Muslim auf dem Programm standen. Der Veranstalter - wie auch wir von queeramnesty - standen zwar mit einigen Personen in Kontakt, welche eventuell teilnehmen, doch die definitiven Zusagen sind erst in allerletzer Minute eingetroffen. Zwei Frauen und ein Mann sind nicht erschienen. Wir bedauern dies, respektieren aber auch die Ängste und Bedenken Betroffener.