Home Aktionen Briefaktion Indonesien, Folter an Homosexuellen durch die Polizei in Banda Raya, Aceh
Indonesien, Folter an Homosexuellen durch die Polizei in Banda Raya, Aceh Drucken E-Mail
Sonntag, 22. Juli 2007


Indonesien: Folter an Homosexuellen durch die Polizei in Banda Raya, Aceh (Juli 2007)

Indonesien: Folter an Homosexuellen durch die Polizei in Banda Raya, Aceh.
Petition an den Indonesischen Justizmister und Menschenrechtsminister Andi Mattalata.
Bitte ausdrucken und unterschreiben! Im Januar 2007 wurden zwei Männer von einer agressiven Gruppe aus dem Haus geholt, beschimpft und geschlagen. Als die Opfer auf der Polizeistation Schutz suchten, beteiligte sich die Polizei an den grausamen Tätlichkeiten.

Amnesty International ist tief beunruhigt über die Folterung homosexueller Männern durch die Polizei in Banda Raya, Aceh in Indonesien. Wir verlangen eine unabhängige und rasche Untersuchung der Ereignisse, eine systematische Ausbildung von Polizeikräften in Menschenrechten, Schutz der Opfer und Bestrafung aller Täter.

>>Urgent Action Indonesien (PDF E/D), Petition an den Justiz- und Menschenrechtsminister Andi Mattalata. Bitte ausdrucken und unterschreiben!

More Information >>from Amnesty International LGBT-Network in English

More Information >>from Amnesty International Asia & The Pacific in English

Musterbrief auf Egnlisch und Deutsch:



Petition an den Justizminister Indonesiens Minister of Justice and Human Rights, July 2007

Mr Andi Mattalata
JI. H.R. Rasuna Said
Kav. 6-7,
Kuningan,
Jakarta Selatan 12940
Indonesia
Fax: +62 21 526 3082 / +62 21 525 3095

Torture of gay men by the Banda Raya police

Dear Minister

We are writing you to express our concerns about the torture of two gay men by the Banda Raya police as well as civilians on January 22/23, 2007.

According to the testimony of one of the victims, the two gay men were disturbed in their room by two intruders late in the evening of January 22, 2007. The intruders, one of them recognized as an employee of a cafe below, started to beat and kick them in the face and body and then forced them to go outside where they were confronted with a group of 10-15 people who also kicked and beat them, using homophobic language. Finally the two gay men were tied together, while the attackers decided to inform the local police authorities. The police took the two victims to Banda Raya police station where they subjected them to further abuse, including repeated beatings in the stomach, legs and feet by several police officers, as well as various forms of sexual abuse. While in police station, the two gay men were denied the right to contact their families. One of the gay men got interrogated on the morning of 23 January and was finally forced to sign a statement promising not to engage in further „homosexual acts“. The two gay men were then released later the same day.

Allegedly, four members of the police force were arrested in early April for their part in this incident. If so, we acknowledge this as a positive development but we call upon the authorities to nevertheless carry out a full, independent and immediate investigation into the incidents of January 22/23, 2007 and we ask you to ensure that all perpetrators are brought to justice. They should be brought to trial in a civilian court and charged with acts that amounted to torture. At the same time we ask you to compensate the two victims for the physical and emotional abuse they suffered at the hands of police and to provide them protection services. We finally ask you to ensure that all law enforcement training programs in Indonesia are based on human rights standards and include lesbian, gay, bisexual and transgender (LGBT) sensitivity training. Such training should contain that police misconduct and abuse against LGBT people will not be tolerated and that torture and ill-treatment is illegal under Indonesian law, and contravenes Indonesia’s obligations under the Convention Against Torture and the International Covenant on Civil and Political Rights.

Yours sincerely



Übersetzung

Folter an zwei homosexuellen Männern durch die Polizei in Banda Raya, Indonesien

Sehr geehrter Herr Minister

Wir schreiben Ihnen, um unsere Besorgnis betreffend der Folter von zwei homosexuellen Männern durch die Polizei Banda Rayas sowie durch Zivilisten am 22. und 23. Januar 2007 auszudrücken. Gemäss der Zeugenaussage eines der beiden Opfer, drangen am späten Abend des 22. Januars zwei Männer in den Schlafraum der beiden homosexuellen Männer ein und begannen diese zu schlagen.

Die Täter, von denen einer als Angestellter eines nahegelegenen Cafés identifiziert werden konnte, zwangen die beiden Männer dann ins Freie, wo eine Gruppe von 10-15 Personen auf sie wartete und sie ebenfalls mit Schlägen traktierte sowie homophob beschimpfte. Schliesslich wurden die beiden Männer gefesselt, worauf dann von den Angreifern die Polizei gerufen wurde. Von der Polizei wurden die beiden Opfer dann auf die Polizeistation von Banda Raya gebracht, wo sie weiterer Gewalt ausgesetzt waren. Sie wurden von mehreren Polizeibeamten wiederholt geschlagen und erlitten verschiedene Formen sexueller Gewalt. Das Recht der Inhaftierten die Familie zu kontaktieren und über das Geschehene zu informieren, wurde den beiden Männern verweigert. Am Morgen des 23. Januars wurde einer der beiden zum Verhör gebracht, im Zuge dessen er eine Erklärung unterschreiben musste, in der er versprach keine „homosexuellen Handlungen“ mehr zu praktizieren. Im Verlauf des Tages wurden die beiden Männer dann aus der Haft entlassen.

Gemäss inoffiziellen Angaben wurden im April vier Polizeibeamte aufgrund ihrer Beteiligung an den Geschehnissen des 22. und 23. Januars verhaftet. Dies erachten wir als positive Entwicklung, fordern die Behörden aber nichtsdestotrotz zu einer vollständigen, unabhängigen und raschen Untersuchung der Vorfälle auf. Wir bitten Sie darum, alle Täter vor ein Zivilgericht zu bringen und sie der Folter anzuklagen. Gleichzeitig bitten wir Sie um eine Kompensation für die physischen und emotionalen Leiden, welche den beiden Opfern in Polizeigewahrsam zugefügt wurden, sowie um Schutz der beiden Männer vor weiteren Übergriffen.

Wir bitten Sie schliesslich darum zu gewährleisten, dass die Ausbildung zu Gesetzeshütern in Indonesien auf internationalen Menschenrechtsstandards basiert und spezifisches Sensibilisierungstraining zu Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgenders (LGBT’s) beinhaltet. Es sollte betont werden, dass polizeiliches Fehlverhalten gegenüber LGBT’s nicht toleriert wird und dass Folter unter indonesischem Gesetz illegal ist und gegen die Konvention gegen Folter und den internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte verstösst.

Hochachtungsvoll