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Iran, Anhaltende Inhaftierung von 17 Männern, welche Frauenkleider trugen Drucken E-Mail
Montag, 04. Juni 2007


Iran: Anhaltende Inhaftierung von 17 Männern, welche Frauenkleider trugen (Juni 2007)

Iran: Anhaltende Inhaftierung von 17 Männern, welche Frauenkleider trugen.
Petition an den Iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad.
Bitte ausdrucken und unterschreiben! Amnesty International ist tief beunruhigt über die anhaltende Inhaftierung von 17 Männern, die am 10. Mai 2007 an einer Privatparty in der Provinz Isfahan verhaftet wurden. Sie könnten gefoltert worden sein und sind dem Risiko von Misshandlungen ausgesetzt.


>>Urgent Action Iran (PDF E/D), Petition an den Iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad. Bitte ausdrucken und unterschreiben!

Musterbrief auf Egnlisch und Deutsch:



Petition an den Präsidenten von Iran

Mahmoud Ahmadinejad
The Presidency
Palestine Avenue
Azewrbaijan Intersection
Tehran
Iran
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
Web: www.president.ir

Your excellency,

We are writing you to express our concerns about the continued detention of 17 men arrested at a private party in Esfahan province, central Iran, on 10th May 2007. They may have been tortured or ill-treated and remain at risk of abuse.

The men were among 87 people reportedly arrested at this party; the others have been released on bail and are likely to face prosecution in future. Those still detained are believed to have been wearing clothes generally associated with women at the time of their arrest. They are not believed to have had access to lawyers or family members, and a judge has reportedly said that those still detained will be charged with consumption of alcohol, and “homosexual conduct” (hamjensgarai). Amnesty International is not aware that the men attending the party identify themselves as gay or were engaging in same-sex sexual relations. Eyewitnesses to the arrest have reportedly described the men being dragged into the street by police and members of the Basij force, who beat them severely, causing bruising and broken bones. It is not known if those detained have access to medical treatment.

Amnesty International recognizes that consumption of alcohol is a criminal offence in Iran, although the organization has no information as to whether any of those detained had consumed alcohol. However, the organization is concerned that the men may be held because of what they were wearing at the time of their arrest, in light of the fact that the others arrested have since been released. If this is the case, then they are prisoners of conscience, detained solely for the peaceful exercise of their right to freedom of expression.

We would like to know why among those originally arrested 17 men continue to be detained. More specifically, if the reason for their continued detention is solely related to what they were wearing at the time of their arrest, then they are prisoners of conscience, who should be released immediately and unconditionally. At any rate we urge you to grant the arrested men immediate and regular access to family members and to lawyers of their choice. We seek assurances that they are protected from torture or ill-treatment and that they have access to any medical treatment they may require.

As for those people already released, we ask you to review the cases and to drop any charges arising solely out of the peaceful exercise of the right to freedom of expression. We express our concern at the reports of beatings of those arrested and urge you to conduct an immediate and impartial investigation, with anyone responsible for abuses to be brought to justice in a trial which complies with international fair trial standards.

Finally, we urge you to review legislation with a view to ensuring freedom of expression, decriminalising consensual adult sexual relations conducted in private and to abolishing the use of cruel, judicial punishments such as flogging, and with a view to abolishing the death penalty.

Yours sincerely



Übersetzung

Sehr geehrter Herr Präsident,

Wir schreiben Ihnen, um unserer tiefen Beunruhigung über die anhaltende Inhaftierung von 17 Männern auszudrücken, die am 10. Mai 2007 an einer Privatparty in der Provinz Isfahan verhaftet wurden. Sie könnten gefoltert worden sein und sind dem Risiko von Misshandlungen ausgesetzt.

Die Männer waren unter 87 Personen, die an der Party verhaftet wurden; die anderen wurden gegen Kaution auf freien Fuss gesetzt und werden wahrscheinlich einen Prozess zu gewärtigen haben. Diejenigen, die noch in Haft sind haben im Moment ihrer Verhaftung Frauenkleider getragen, und ein Richter hat angeblich gesagt, dass die Inhaftierten des Alkoholkonsums und des „homosexuellen Verhaltens“ angeklagt würden. Amnesty International hat keine Kenntnis darüber, ob sich die Verhafteten als Schwul identifizieren und Angaben über gleichgeschlechtliche Akte liegen nicht vor. Augenzeugen gaben an, die Männer seien in die Strasse geschleppt worden, wo sie Polizisten und Revolutionswächter brutal zusammengeschlagen haben, was zu Quetschungen und Knochenbrüchen führte. Es ist nicht bekannt, ob die Verhafteten Zugang zu ärztlicher Behandlung haben.

Amnesty International anerkennt, dass Alkoholkonsum ein kriminelles Vergehen ist in Iran, obwohl der Organisation keine Angaben über eventuellen Alkoholkonsum durch die Verhafteten vorliegen. Allerdings ist die Organisation beunruhigt darüber, dass die nach wie vor inhaftierten Männer wegen ihrer Kleidung im Moment der Verhaftung festgehalten werden. Dies insbesondere, weil die anderen inzwischen freigelassen wurden. Ist dies der Fall, sind die Verhafteten Gewissensgefangene, die nur wegen der friedfertigen Ausübung ihres Rechts auf Meinungsäusserungsfreiheit festgehalten werden.

Wir möchten wissen, weshalb von den ursprünglich 87 Verhafteten 17 weiterhin gefangen gehalten werden. Ist der Grund nur in ihrer Kleidung im Moment der Verhaftung zu finden, sind sie Gewissensgefangene, und sollen sofort und bedingungslos freigelassen werden. Auf alle Fälle bitten wir Sie, den verhafteten Männern sofortigen und regelmässigen Kontakt zu Familienangehörigen und Anwälten ihrer Wahl zu gewähren. Wir möchten uns versichern, dass die Verhafteten vor Folter und Misshandlung geschützt sind, und dass sie Zugang zu allfällig nötiger medizinischer Behandlung erhalten.

Was die bereits freigelassenen anbelangt, bitten wir Sie, die Fälle zu prüfen und Anklagen, die nur auf der friedfertigen Ausübung des Rechts auf freie Meinungsäusserung beruhen, fallen zu lassen. Wir drücken unsere Beunruhigung über die Schläge bei der Verhaftung aus und drängen Sie, eine sofortige und unabhängige Untersuchung der Vorfälle einzuleiten. Verantwortliche für Misshandlungen sollen der Justiz zugeführt werden und einen Prozess erhalten, der internationalen Standards für faire Prozesse entspricht.

Schlussendlich bitten wir Sie, die Gesetzgebung dahingehend anzupassen, dass das Recht auf freie Meinungsäusserung und die Dekriminalisierung einvernehmlicher Sexualkontakte unter Erwachsenen in der Privatsphäre gewährleistet ist. Zudem sollen grausame Bestrafungen wie die Auspeitschung und die Todesstrafe abgeschafft werden.

Hochachtungsvoll