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Ägypten: Schwere Missachtung der Rechte von Menschen mit AIDS/HIV durch Ärzte und Justiz (Juni 2008)
Über 100 NGOs weltweit verurteilen das scharfe Vorgehen von PolizistInnen gegen Menschen mit
HIV/AIDS in Ägypten. Am 09. April mussten sich fünf weitere Männer einer Verhandlung
stellen. Auch die Teilnahme von medizinischem Personal an der Hetzjagd wird stark
kritisiert.
In einem Brief an das Gesundheitsministerium und das ägyptische Ärztekonsortium geben wir
unseren Befürchtungen Ausdruck,
dass die ÄrztInnen bei Befragungen vermutet HIV-Positiver, ihre ethischen Grundsätze
verletzen und durch ihr Vorgehen das Vertrauen in eine privilegierte Patienten-Arzt
Beziehung zerstören.
Von unserer Partnergruppe in Österreich: >>Ägypten: Infos zu
Festnahmen auf Grund von HIV-Infizierung
Infos von unserer Partnergruppe MERSI in Deutschland: >> Ägypten:
Hintergrundinformationen zu Festnahmen auf Grund von HIV-Infizierung
(PDF, Deutsch, 32kB)
>>Brief an den
Staatsanwalt Abdel Meguid Mahmoud in Kairo (PDF, E, 17kB) Bitte
ausdrucken, unterschreiben und faxen!
(>> deutsche Übersetzung,
Brief an den Staatsanwalt Abdel Meguid Mahmoud, (PDF, D, 25kB)
>>Brief an den
Gesundheitsminister Hatem Mostafa El-Gabaly in Kairo
(PDF, E, 20kB) Bitte ausdrucken, unterschreiben und faxen!
(>> deutsche Übersetzung,
Brief an den Gesundheitsminister Hatem Mostafa El-Gabaly, PDF, D, 25 kB)
>>Brief an den Leiter des
Ärztesynidkats Dr. Hamdy Al Sayed in Kairo
(PDF, E, 18kB) Bitte ausdrucken, unterschreiben und faxen!
(>> deutsche Übersetzung,
Brief an den Leiter des Ärztesynidkats Dr. Hamdy Al Sayed, PDF, D , 25kB)
>>Brief an den
Generelsekretär des Menschenrechtsrats Mokhless Kotb in Kario
(PDF, E, 16kB) Bitte ausdrucken, unterschreiben und faxen!
(>> deutsche Übersetzung,
Brief an den GS des Menschenrechtsrats Mokhless Kotb, PDF, D, 25kB)
Einer der Musterbriefe auf Deutsch:
Brief an den Leiter des Ärztesynidkats Dr. Hamdy Al Sayed in Kairo
Sehr geehrter Doktor,
Seit Oktober 2007 hat die ägyptische Polizei in Kairo eine Reihe von Inhaftierungen von Leuten
gestartet, die sie für HIV-positiv halten. Als Folge dessen wurden bisher 12 Männer Gegenstand
strafrechtlicher Verfolgung. In zwei separaten Prozessen im Januar und April 2008 erhielten neun der
Männer Gefängnisstrafen zwischen ein und drei Jahren nach Überzeugung unter dem Vorwurf von
"gewöhnlicher Ausschweifung", ausgehend von der Annahme über ihre sexuelle Orientierung auf der
Grundlage ihres HIV-Status. Die Strafen wurden in Berufung stattgegeben. Alle Männer haben die
Vorwürfe gegen sie abgelehnt. Fünf von ihnen sind HIV-positiv und wurden, angekettet an ihren
Betten, während Wochen oder sogar Monaten im Spital festgehalten. Vorwürfe von Folter und
Misshandlungen durch die Polizei und medizinisches Fachpersonal während der
Ermittlungsverfahren der 12 Männer wurden nicht untersucht. Die meisten der Männer wurden zu
analen Untersuchungen gezwungen und ohne ihre Zustimmung auf HIV untersucht. Einige von ihnen
wurden geschlagen. Die neun Männer sitzen nun ihre Strafe im Gefängnis ab, drei andere wurden
ohne Anklage freigelassen. Eine solche Kriminalisierung ist diskriminierend und verstösst gegen
Ägyptens Verpflichtungen aus dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte
(ICCPR), die Rechte auf Privatsphäre (Art. 17), Gewissensfreiheit (Art. 18) und die Freiheit der
Meinungsäusserung (Art. 19) zu schützen.
Die neun Männer, die momentan ihre Strafe im Gefängnis absitzen, müssen als Gewissensgefangen
angesehen werden, die umgehend und bedingungslos freigelassen werden müssen. Ich möchte Sie
deshalb dazu auffordern,
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der medizinisch wertlosen Praxis der Durchführung von kriminaltechnischen analen
Untersuchungen, um auf gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen zu prüfen, ein Ende zu
bereiten,
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sicherzustellen, dass das Personal in Verbindung mit dem Ministerium für Gesundheit und
Bevölkerung oder dem nationalen AIDS-Programm, Folter und andere Misshandlungen sowie
strafrechtliche Vernehmungen von Häftlingen weder anordnet, genehmigt oder duldet und
Vorfälle von Folter und Misshandlungen sofort den zuständigen Behörden meldet,
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der Praxis von gewaltsamen HIV-Tests an Häftlingen ohne vollständige, informierte
Zustimmung ein Ende zu bereiten. Stellen Sie sicher, dass alle Personen, die als HIV-positiv
befunden werden, unverzüglich geeignete Beratung sowie Behandlung erhalten,
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Artikel 9(c) des Gesetzes 10/1961 aufzuheben, dessen Durchsetzung nur die eigenen
Präventionserfolge dadurch schädigen würde, dass es die Bevölkerung, die ohnehin bereits
unter der Stigmatisierung ihres sexuellen Verhaltens leidet, in den Untergrund und somit
ausser Reichweite von Prävention und Behandlung treibt,
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der Praxis, Häftlinge, die medizinische Aufmerksamkeit benötigen, an ihre Spitalbetten zu
ketten, ein Ende zu bereiten,
?? medizinisches Fachpersonal an ihre Pflicht, die Vertraulichkeit der Patienten zu respektieren
und zu schützen, zu erinnern,
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sicherzustellen, dass Häftlinge den höchstmöglichen medizinischen Standard medizinischer
Behandlungen für jeden Gesundheitszustand erhalten,
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Schulungen zu veranstalten, um alle strafrechtlichen Beamten über medizinische Fakten und
internationale Menschenrechtstandards in Bezug auf HIV zu unterrichten.
Mit freundlichen Grüssen
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