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Honduras: wiederholt Polizeigewalt und Morddrohungen gegen Transgender-Menschenrechtsverteidigerin Drucken E-Mail
Samstag, 06. Juni 2009

HONDURAS, Bezirk Palmira in der Hauptstadt Tegucigalpa, immer noch aktuell: Polizeigewalt und Morddrohungen gegen Transgender-Menschenrechtsverteidigerin (UA-016/2009, Index: AMR 37/001/2009, 21. Januar 2009, wiederholt Juni 2009)

Sorge um Sicherheit einer Transgender-Menschenrechtsverteidigerin (der Name ist Amnesty International bekannt).
getötet: Cintia Nicole Moreno, Transgender-Menschenrechtsverteidigerin
getötet Jazmin Zelaya, Transgender-Frau

Polizeibeamte haben offenbar eine Transgender-Frau verprügelt, als sie sich weigerte, ihnen ihr Geld zu übergeben. Sie arbeitet als Sexarbeiterin und engagiert sich im Bereich HIV/AIDS. Die Beamten drohten ihr mit dem Tod, falls sie den Vorfall melden würde. Sie befindet sich in Lebensgefahr. In den vergangenen drei Monaten wurden drei Transgender-Frauen ganz in der Nähe getötet, zuletzt Cintia Nicole Moreno am 8. Januar 2009.

Musterbrief herunterladen, ausdrucken, unterschreiben und absenden an:

Staatsanwalt Luis Alberto Rubí

Musterbrief auf Spanisch und Deutsch
und Hintergrundinformationen auf Deutsch:



Brief für an den Staatsanwalt wegen Polizeigewalt und Morddrohungen gegen Transgender-Menschenrechtsverteidigerin (UA-016/2009 Index: AMR 37/001/2009 21. Januar 2009, wiederholt im Juni 2009)

Licdo. Luis Alberto Rubí
Fiscal General des Estado
Ministerio Público
Lomas del Guijarro
Tegucigalpa
HONDURAS

Estimado Sr. Fiscal General :

Nos permitimos expresar nuestra profunda preocupación por la seguridad de mujeres transgénero, defensoras de los derechos humanos en Honduras.
Informes indican que cuatro agentes de policía agredieron a una defensora transgénero de los derechos humanos por la madrugada del 20 de diciembre de 2008. El incidente se produjo en el distrito de Palmira, Tegucigalpa. Amnistía Internacional conoce su nombre; se trata de una activista en el campo del VIH/sida y profesional del sexo. Fue agredida después de haberse negado a entregar su dinero a los agentes. Le golpearon repetidamente la cabeza contra una ventana, hasta el punto de romper el cristal. La mujer sufrió numerosos cortes en la cara y las rodillas. A continuación la amenazaron de muerte si denunciaba el incidente.
La vida de esta persona está en peligro, visto que tres otras mujeres transgénero fueron asesinadas en la misma zona durante los últimos seis meses. Se trató igualmente de defensoras de los derechos humanos, cuyos nombres son conocidos en dos casos: Cintia Nicole Moreno y Jasmin Zelaya.

Instamos a las autoridades

  • a tomar medidas inmediatas, efectivas y adecuadas para garantizar la seguridad de la defensora agredida por cuatro agentes de policía, en Palmira, Tegucigalpa, el 20 de diciembre;
  • a ordenar investigaciones inmediatas, imparciales y exhaustivas sobre este y otros incidentes de acoso, agresiones violentas y homicidios de personas transgénero, a hacer públicos los resultados de estas investigaciones y a llevar a los responsables ante la justicia;
  • a dejar claro que la violencia contra las personas transgénero no se tolerará, y que los responsables de estos delitos comparecerán ante la justicia.
Agradeciendo su intervención, le saludamos atentamente.



Übersetzung:

Sehr geehrter Herr Staatsanwalt,

Wir erlauben uns, Ihnen unsere Beunruhigung über die Sicherheit von Transgender Frauen mitzuteilen, die sich in Honduras für den Respekt der Menschenrechte einsetzen.

Berichte haben darauf hingewiesen, dass am 20. Dezember 2008 früh morgens vier Polizeiangestellte eine Transgender Menschenrechtsverteidigerin angegriffen haben. Der Zwischenfall hat sich im Distrikt Palmira, Tegucigalpa ereignet. Amnesty International kennt ihren Namen; es handelt sich m eine Aktivistin im Bereich Aids, die sich als Sexarbeiterin betätigt. Sie wurde angegriffen, nachdem sie sich geweigert hat, ihr Geld den Beamten auszuhändigen. Die Beamten schlugen ihren Kopf mehrmals gegen eine Scheibe, bis diese brach. Folge waren zahlreiche Schnittwunden im Gesicht und an den Knien. In der Folge bedrohten sie die Beamten mit dem Tod, falls sie den Vorfall bekannt machen würde.

Das Leben dieser Person ist bedroht, da ja in der gleichen Gegend in den letzten sechs Monaten mehrere Transgender Frauen ermordet wurden. Es handelte sich ebenfalls um Menschenrechtsverteidigerinnen, deren Namen in zwei Fällen bekannt sind: Cintia Nicole Moreno und Jasmin Zelaya.

Wir bitten die Behörden dringend,
  • umgehend effektive und angemessene Massnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit der Menschenrechtsverteidigerin zu garantieren, die am 20. Dezember 2008 in Palmira (Tegucigalpa) angegriffen wurde.
  • sofort eine umfassende und unparteiische Untersuchung des erwähnten Falls einzuleiten. Ebenso sollen die Behörden die anderen Schikanen, gewaltsamen Überfälle und Morde an Transgenders untersuchen, die Resultate der Untersuchungen publizieren und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.
  • klarzustellen, dass Gewalt gegen Transgenders inakzeptable ist, und dass die Verantwortlichen solcher Delikte vor Gericht gestellt werden.
Wir bedanken uns für Ihre Intervention in dieser Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüssen



Hintergrundinformation zu:
Morddrohungen gegen Transgender-Menschenrechtsverteidigerin im Bezirk Palmira in der Hauptstadt Tegucigalpa, Honduras (UA-016/2009, Index: AMR 37/001/2009, 21. Januar 2009):


TRANSGENDER-MENSCHENRECHTSVERTEIDIGERIN (der Name ist Amnesty International bekannt)

getötet:
CINTIA NICOLE MORENO, Transgender-Menschenrechtsverteidigerin
JAZMÍN ZELAYA, Transgender-Frau

Polizeibeamte haben offenbar eine Transgender-Frau verprügelt, als sie sich weigerte, ihnen ihr Geld zu übergeben. Sie arbeitet als Sexarbeiterin und engagiert sich im Bereich HIV/AIDS. Die Beamten drohten ihr mit dem Tod, falls sie den Vorfall melden würde. Sie befindet sich in Lebensgefahr. In den vergangenen drei Monaten wurden drei Transgender-Frauen ganz in der Nähe getötet, zuletzt Cintia Nicole Moreno am 8. Januar 2009.

Am 20. Dezember 2008 näherten sich im Bezirk Palmira in der Hauptstadt Tegucigalpa um etwa 0:40 Uhr vier Polizeibeamte in einem Streifenwagen der Transgender-Frau, die Amnesty gebeten hat, ihren Namen nicht zu nennen. Die Polizeibeamten versuchten, sie auszurauben. Als sie sich wehrte, ergriffen sie die Frau bei den Haaren und schlugen ihren Kopf wiederholt gegen ein Fenster, dessen Glas dabei zu Bruch ging. Sie trug zahlreiche Schnitte im Gesicht und an den Knien davon.

Die Beamten meinten anschließend, dass sie die Frau festnehmen würden, da sie eine Fensterscheibe zerbrochen habe, um sich Zugang zu einem Privatgebäude zu verschaffen. Die Polizisten brachten sie auf die örtliche Polizeiwache und dann in ein lokales Gesundheitszentrum, um ihre Verletzungen behandeln zu lassen. Da sie blutete, informierte sie die Beamten darüber, dass sie HIV-positiv sei, worauf diese erwiderten: „AIDS-Hure, Leute wie du sollte man isolieren“. Auf dem Weg zurück zur Polizeiwache drohten ihr die Beamten, sie würde tot in den Bergen enden, falls sie reden würde. Sie wurde gegen 11:30 Uhr ohne Anklage aus der Polizeiwache freigelassen. Inzwischen hat sie bei der Menschenrechtsabteilung der Staatsanwaltschaft wegen dieses Vorfalls Anzeige erstattet.

Zur Situation von Transgender-Frauen in Honduras

Transgender-Frauen, die als Sexarbeiterinnen tätig sind, werden häufig von Freiern oder Angehörigen der Polizei angegriffen. Drei Transgender-Frauen wurden in den letzten drei Monaten von Unbekannten getötet, als sie in Comayagüela in der Nähe von Palmira ihrer Arbeit nachgingen. Jazmín Zelaya brachte man am 30. Oktober 2008 um. Sie wurde am Straßenrand tot aufgefunden. Eine weitere Transgender-Frau wurde am 17. Dezember 2008 getötet. Cintia Nicole Moreno, die ebenfalls engagiert für die Menschenrechte von Transgendern eintrat, wurde am 9. Januar 2009 gegen 1 Uhr umgebracht. Bisher wurde niemand wegen dieser Tötungen zur Verantwortung gezogen.