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Iran: Hinrichtung (November 2007, UA-278)
Protest wirkte nur vorübergehend: Hinrichtung ist heimlich, ohne Familie erfolgt.
Quellen:
>> International Gays and Lesbian Human Rights Commission (IGLHRC),
5. Dez. 2007.
Vergebene Hoffnung:
>> International Gays and Lesbian Human Rights Commission (IGLHRC),
14. Nov. 2007
sowie zweiter Link unten von Amnesty Deutschtland.
Makwan Moloudzadeh, heute 21 Jahre alt, soll in der Öffentlichkeit nahe seinem Wohnort
hingerichtet werden, weil vor acht Jahren, als 13-jähriger, mit einem gleichaltrigen Jungen
Analsex hatte (lavat-e iqabi).
Vor seinem Prozess und der Verurteilung wurde er am 7. Oktober 2006 kahlgeschoren auf einem
Esel durch die Strassen von Paveh geführt. Während der Befragungen wurde er angeblich
misshandelt. Am 7. Juni 2007 wurde er zum Tod verurteilt. Mehrere Zeugen zogen anschliessend
ihre Aussagen zurück. Die Berufung wurde trotzdem am 1. August 2007 abgewiesen.
>>Urgent Action
Iran (PDF E/D),
Petition an den obersten Führer von Iran, Ayatollah Sayed ‘Ali Khamenei. Bitte ausdrucken
und unterschreiben!
Mehr Information
>>zur drohenden Hinrichtung von Makwan Moloudzadeh in
Iran (von Amnesty International Deutschland)
Aktualisert 16.Nov 2007:
>>Hinrichtung von
Makwan Moloudzadeh vorübergehend ausgesetzt
Musterbrief auf Egnlisch und Deutsch:
Petition an den obersten Führer von Iran (November 2007, UA-278)
His Excellency
Ayatollah Sayed ‘Ali Khamenei
The Office of the Supreme Leader
Islamic Republic Street –
Shahid Keshvar Doust Street
Tehran, Islamic Republic of Iran
Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
Your excellency,
We are writing you to express our concerns about Makwan Moloudzadeh (21). He is believed to be at risk of
imminent execution. He has reportedly been convicted of lavat-e iqabi (anal sex) for the alleged rape of a 13-year-old
boy. Makwan Moloudzadeh was aged 13 at the time of the alleged offence. His death sentence has been passed to
the Office for the Implementation of Sentences and he is due to be executed in public, near his home.
Makwan Moloudzadeh was reportedly arrested on 1 October 2006 in Paveh, Kermanshah Province. Prior to his trial
and conviction, on or around 7 October 2006, he was reportedly paraded through the streets of Paveh riding on a
donkey, with his head shaved. People in the street shouted abuse and threw things at him. During the interrogations,
he was reportedly ill-treated. On 7 June 2007, he was sentenced to death. Several witnesses retracted their
testimony. The appeal was nevertheless turned down on 1st Autust 2007.
Under Iranian law, children (boys of up to 14.7 years) are to be flogged for lavat ("homosexual acts"). Makwan
Moloudzadeh was a minor under Iranian law at the time of the alleged offence. According to Article 49 of Iran’s Penal
Code: “Children, if committing an offence, are exempted from criminal responsibility. Their correction is the
responsibility of their guardians or, if the court decides, by a centre for correction of minors.” However, the judge
relied on ‘elm-e qazi, the "knowledge of the judge" to determine that penetration had taken place and that Makwan
Moloudzadeh could be sentenced to death.
We call on the Head of the Judiciary to urge the Supreme Court to review the case of Makwan Moloudzadeh who was
a child at the time of his alleged offence under Iran’s Civil and Penal Codes. We express concern that Makwan
Moloudzadeh may have faced an unfair trial in which a judge relied on subjective and arbitrary criteria in
contravention to the Convention on the Rights of the Child and that the appeal appears to have ignored the retraction
of testimony made by witnesses.
Makwan Moloudzadeh is at risk of execution for something committed when he was under 18. We call on you to halt
his execution immediately and commute his death sentence. We remind the authorities that Iran is a state party to the
International Covenant on Civil and Political Rights and the Convention on the Rights of the Child, which prohibit the
use of the death penalty against people convicted of crimes committed when they were under 18, so executing
Makwan Moloudzadeh would be a violation of international law. We urge the authorities to abolish the death penalty
for offences committed by anyone under the age of 18, so as to bring Iran’s domestic law into line with its obligations
under international law.
Amnesty International acknowledges the right and responsibility of governments to bring to justice those suspected of
criminal offences, but opposes the death penalty unconditionally.
Yours sincerely,
Übersetzung
Ihre Exzellenz,
Wir schreiben Ihnen, um unserer Beunruhigung wegen Makwan Moloudzadeh (21) Ausdruck zu geben. Er soll
unmittelbar vor der Hinrichtung stehen. Er soll wegen lavat-e iqabi (Analsex) bei der angeblichen Vergewaltigung
eines 13-jährigen Knaben verurteilt worden sein. Makwan Moloudzadeh war zum Tatzeitpunkt selbst auch 13. Sein
Hinrichtungsentscheid wurde dem Amt für die Durchführung der Urteile übergeben und soll in der Öffentlichkeit nahe
seinem Wohnort vollstreckt werden.
Makwan Moloudzadeh wurde angeblich am 1. Oktober 2006 in Paveh bei Kermanshah verhaftet. Vor seinem
Prozess und der Verurteilung wurde er am 7. Oktober 2006 kahlgeschoren auf einem Esel durch die Strassen von
Paveh geführt. Die Leute verunglimpften ihn und bewarften ihn mit Dingen. Während der Befragungen wurde er
angeblich misshandelt. Am 7. Juni 2007 wurde er zum Tod verurteilt. Mehrere Zeugen zogen anschliessend ihre
Aussagen zurück. Die Berufung wurde trotzdem am 1. August 2007 abgewiesen.
Unter iranischem Recht sollen Kinder (Knaben bis 14.7 Jahren) für lavat ("homosexuelle Akte") ausgepeitscht
werden. Makwan Moloudzadeh war unter iranischem Recht beim angeblichen Tatzeitpunkt minderjährig. Art. 49 des
iranischen Strafrechts sagt: “Kinder, die ein Vergehen begehen, sind von der kriminellen Verantwortung
ausgenommen. Ihre Behandlung unterliegt der Verantwortung der Inhaber der elterlichen Gewalt und bei
Gerichtsentscheid einer Haftanstalt für Minderjährige.“ Der Richter stützte sich allerdings auf ‘elm-e qazi, die
Weisheit des Richters, und stellte fest, dass die Penetration stattgefunden habe und dass Makwan Moloudzadeh zum
Tod zu verurteilen sei.
Wir rufen die Leitung der Justiz dazu auf, das Oberste Gericht zu einer Neubeurteilung des Falles von Makwan
Moloudzadeh zu drängen. Nach iranischen Zivil- und Strafrecht war er ein Kind bei der angeblichen Straftat. Wir
äussern auch unsere Bedenken, dass Makwan Moloudzadeh ein unfaires Verfahren hatte und dass der Richter sich
auf subjektive und arbiträre Kriterien stützte, die der Konvention über die Rechte der Kinder widersprechen. Der
Rückzug der Zeugenaussagen wurde auch ignoriert.
Makwan Moloudzadeh riskiert seine Hinrichtung für etwas, was er im Alter von unter 18 Jahren getan hat. Wir rufen
Sie auf, seine Hinrichtung unverzüglich zu stoppen und die Todesstrafe umzuwandeln. Wir erinnern die iranischen
Behörden daran, dass Iran ein Vertragsstaat der Internationalen Konvention zu den Zivilen und Politischen Rechten
sowie derjenigen über die Rechte der Kinder ist, die die Verhängung von Todesstrafen gegen Personen verbieten,
die beim Tatzeitpunkt unter 18 alt sind. Die Hinrichtung von Makwan Moloudzadeh würde gegen internationales
Recht versossen. Wir rufen die Behörden schliesslich dazu auf, die Todesstrafe für Vergehen durch unter 18-jährige
generell abzuschaffen, um das iranische Recht so anzupassen, dass es Irans Verpflichtungen unter internaitionalem
Recht entspricht.
Amnesty International anerkennt das Recht und die Verpflichtung der Regierungen, krimineller Vergehen verdächte
Personen vor Gericht zu bringen, lehnt die Todesstrafe aber bedingungslos ab.
Mit vorzüglicher Hochachtung,
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