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HONDURAS: Polizeigewalt und Morddrohungen gegen Transgender-Menschenrechtsverteidigerin Drucken E-Mail
Mittwoch, 21. Januar 2009

HONDURAS, Bezirk Palmira in der Hauptstadt Tegucigalpa: Polizeigewalt und Morddrohungen gegen Transgender-Menschenrechtsverteidigerin (UA-016/2009, Index: AMR 37/001/2009, 21. Januar 2009)

Sorge um Sicherheit einer Transgender-Menschenrechtsverteidigerin (der Name ist Amnesty International bekannt).
getötet: Cintia Nicole Moreno, Transgender-Menschenrechtsverteidigerin
getötet Jazmin Zelaya, Transgender-Frau

Polizeibeamte haben offenbar eine Transgender-Frau verprügelt, als sie sich weigerte, ihnen ihr Geld zu übergeben. Sie arbeitet als Sexarbeiterin und engagiert sich im Bereich HIV/AIDS. Die Beamten drohten ihr mit dem Tod, falls sie den Vorfall melden würde. Sie befindet sich in Lebensgefahr. In den vergangenen drei Monaten wurden drei Transgender-Frauen ganz in der Nähe getötet, zuletzt Cintia Nicole Moreno am 8. Januar 2009.

Musterbriefe herunterladen, ausdrucken, unterschreiben und absenden an:
Staatspräsident José Manuel Zelaya Rosales
Staatsanwalt Leonidas Rosa Bautista,
Sicherheitsminister Jorge Alberto Rodas Gamero

Urgent Action Amnesty International Oesterreich
Urgent Action Amnesty MERSI Deutschland

Musterbrief auf Spanisch und Deutsch
und Hintergrundinformationen auf Deutsch:



Brief für an Präsidenten wegen Polizeigewalt und Morddrohungen gegen Transgender-Menschenrechtsverteidigerin (UA-016/2009 Index: AMR 37/001/2009 21. Januar 2009)

Sr. José Manuel Zelaya Rosales
Presidente de la República
Casa Presidencial
Boulevard Juan Pablo II
Tegucigalpa
HONDURAS

Fax: +504 239 3298

Estimado Señor Presidente,

con profunda preocupación me di cuenta de la muerte de tres mujeres transgénero que se desempeñaron como trabajadoras sexuales. Las tres han muerto a manos de individuos no identificados en los últimos tres meses mientras trabajaban en la zona de Comayagüela. Cintia Nicole Moreno, activista que promovía los derechos humanos de las personas transgénero, murió el 9 de enero. Jazmín Zelaya murió el 30 de octubre de 2008, y otra mujer transgénero murió el 17 de diciembre de 2008. No se ha llevado a nadie ante la justicia por estos homicidios.

Otra mujer transgénero, activista sobre el VIH/SIDA y trabajadora sexual, sufrió una paliza de unos agentes de policía después de que se negara a darles su dinero. A continuación la amenazaron de muerte si denunciaba el incidente. La vida de esta mujer corre peligro y quiero expresarle mi profunda preocupación por la seguridad de ella.

Quiero pedirle por la presente

  • garantizar que se toman medidas inmediatas, efectivas y adecuadas para garantizar la seguridad de esta defensora de derechos humanos, de estricta conformidad con los deseos de la propia afectada
  • que se ordenen investigaciones inmediatas, exhaustivas e imparciales sobre este y otros incidentes de acoso, agresiones violentas y homicidios de personas transgénero, que haga públicos los resultados de esas investigaciones y que lleve a los responsables de estos hechos ante la justicia
  • que dejen claro que la violencia contra las personas transgénero no se tolerará, y que los responsables de estos delitos comparecerán ante la justicia.
Muy atentamente,



Übersetzung:

Sehr geehrter Herr Präsident,

Ich erlaube mir, Ihnen meine Beunruhigung über die Sicherheit von Transgender Frauen mitzuteilen, die sich in Honduras für den Respekt der Menschenrechte einsetzen.

Berichte haben darauf hingewiesen, dass am 20. Dezember 2008 früh morgens vier Polizeiangestellte eine Transgender Menschenrechtsverteidigerin angegriffen haben. Der Zwischenfall hat sich im Distrikt Palmira, Tegucigalpa ereignet. Amnesty International kennt ihren Namen; es handelt sich m eine Aktivistin im Bereich Aids, die sich als Sexarbeiterin betätigt. Sie wurde angegriffen, nachdem sie sich geweigert hat, ihr Geld den Beamten auszuhändigen. Die Beamten schlugen ihren Kopf mehrmals gegen eine Scheibe, bis diese brach. Folge waren zahlreiche Schnittwunden im Gesicht und an den Knien. In der Folge bedrohten sie die Beamten mit dem Tod, falls sie den Vorfall bekannt machen würde.

Das Leben dieser Person ist bedroht, da ja in der gleichen Gegend in den letzten drei Monaten mehrere Transgender Frauen ermordet wurden. Es handelte sich ebenfalls um Menschenrechtsverteidigerinnen, deren Namen in zwei Fällen bekannt sind: Cintia Nicole Moreno und Jasmin Zelaya.

Ich bitte die Behörden dringend,
  • umgehend effektive und angemessene Massnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit der Menschenrechtsverteidigerin zu garantieren, die am 20. Dezember 2008 in Palmira (Tegucigalpa) angegriffen wurde.
  • sofort eine umfassende und unparteiische Untersuchung des erwähnten Falls einzuleiten. Ebenso sollen die Behörden die anderen Schikanen, gewaltsamen Überfälle und Morde an Transgenders untersuchen, die Resultate der Untersuchungen publizieren und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.
  • klarzustellen, dass Gewalt gegen Transgenders inakzeptable ist, und dass die Verantwortlichen solcher Delikte vor Gericht gestellt werden.
Ich bedanke mich für Ihre Intervention in dieser Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüssen



Hintergrundinformation zu:
Morddrohungen gegen Transgender-Menschenrechtsverteidigerin im Bezirk Palmira in der Hauptstadt Tegucigalpa, Honduras (UA-016/2009, Index: AMR 37/001/2009, 21. Januar 2009):


TRANSGENDER-MENSCHENRECHTSVERTEIDIGERIN (der Name ist Amnesty International bekannt)

getötet:
CINTIA NICOLE MORENO, Transgender-Menschenrechtsverteidigerin
JAZMÍN ZELAYA, Transgender-Frau

Polizeibeamte haben offenbar eine Transgender-Frau verprügelt, als sie sich weigerte, ihnen ihr Geld zu übergeben. Sie arbeitet als Sexarbeiterin und engagiert sich im Bereich HIV/AIDS. Die Beamten drohten ihr mit dem Tod, falls sie den Vorfall melden würde. Sie befindet sich in Lebensgefahr. In den vergangenen drei Monaten wurden drei Transgender-Frauen ganz in der Nähe getötet, zuletzt Cintia Nicole Moreno am 8. Januar 2009.

Am 20. Dezember 2008 näherten sich im Bezirk Palmira in der Hauptstadt Tegucigalpa um etwa 0:40 Uhr vier Polizeibeamte in einem Streifenwagen der Transgender-Frau, die Amnesty gebeten hat, ihren Namen nicht zu nennen. Die Polizeibeamten versuchten, sie auszurauben. Als sie sich wehrte, ergriffen sie die Frau bei den Haaren und schlugen ihren Kopf wiederholt gegen ein Fenster, dessen Glas dabei zu Bruch ging. Sie trug zahlreiche Schnitte im Gesicht und an den Knien davon.

Die Beamten meinten anschließend, dass sie die Frau festnehmen würden, da sie eine Fensterscheibe zerbrochen habe, um sich Zugang zu einem Privatgebäude zu verschaffen. Die Polizisten brachten sie auf die örtliche Polizeiwache und dann in ein lokales Gesundheitszentrum, um ihre Verletzungen behandeln zu lassen. Da sie blutete, informierte sie die Beamten darüber, dass sie HIV-positiv sei, worauf diese erwiderten: „AIDS-Hure, Leute wie du sollte man isolieren“. Auf dem Weg zurück zur Polizeiwache drohten ihr die Beamten, sie würde tot in den Bergen enden, falls sie reden würde. Sie wurde gegen 11:30 Uhr ohne Anklage aus der Polizeiwache freigelassen. Inzwischen hat sie bei der Menschenrechtsabteilung der Staatsanwaltschaft wegen dieses Vorfalls Anzeige erstattet.

Zur Situation von Transgender-Frauen in Honduras

Transgender-Frauen, die als Sexarbeiterinnen tätig sind, werden häufig von Freiern oder Angehörigen der Polizei angegriffen. Drei Transgender-Frauen wurden in den letzten drei Monaten von Unbekannten getötet, als sie in Comayagüela in der Nähe von Palmira ihrer Arbeit nachgingen. Jazmín Zelaya brachte man am 30. Oktober 2008 um. Sie wurde am Straßenrand tot aufgefunden. Eine weitere Transgender-Frau wurde am 17. Dezember 2008 getötet. Cintia Nicole Moreno, die ebenfalls engagiert für die Menschenrechte von Transgendern eintrat, wurde am 9. Januar 2009 gegen 1 Uhr umgebracht. Bisher wurde niemand wegen dieser Tötungen zur Verantwortung gezogen.