Home Aktionen Urgent Actions Guatemala, Mutmasslicher staatlicher Mord - Sorge um Sicherheit von Transsexuellen
Guatemala, Mutmasslicher staatlicher Mord - Sorge um Sicherheit von Transsexuellen Drucken E-Mail
Mittwoch, 11. Januar 2006


UA 325/05, Mutmasslicher staatlicher Mord - Sorge um Sicherheit von Transsexuellen in Guatemala (UA 325/05, AI-Index: AMR 34/044/2005)

Paulina (alias Juan Pablo Méndez  
Cartagena), OASIS, Guatemala Bild © OASIS, Guatemala: Paulina (alias Juan Pablo Méndez Cartagena), ermordet am 17. Dezember 2005

Am 17. Dezember 2005 wurde der als Prostituierte arbeitende Transvestit Sulma (alias Kevin Josué Alegria Robles) Berichten zufolge von Polizisten durch einen Kopfschuss schwer verletzt. Er befindet sich in kritischem Zustand im Krankenhaus. Ein weiterer ebenfalls als Prostituierte arbeitender Transvestit wurde bei dem Überfall getötet. Da Sulma Zeuge der Tötung war, ist er in Gefahr, von den Tätern erneut angegriffen und getötet zu werden. Die Behörden haben bislang aber nicht auf Anträge reagiert, ihm Polizeischutz zu gewähren.

> Information zur Urgent Action für Transvestiten in Guatemala, PDF, deutsch (von unserer Partnergruppe MERSI in Deutschland)

Bitte herunterladen und unterschreiben:

> Urgent Action für Transvestit Sulma (alias Kevin Josué Alegria Robles) in Guatemala, PDF (spanisch mit deutscher Übersetzung, kann doppelseitig ausgedruckt werden).

Ausführliche Information
sowie Musterbrief auf Spanisch und Deutsch:


UA 325/05, Mutmasslicher staatlicher Mord - Sorge um Sicherheit von Transsexuellen in Guatemala (UA 325/05, AI-Index: AMR 34/044/2005)

gefährdet:
Sulma (alias Kevin Josué Alegria Robles)
weitere Transvestiten, die als Prostituierte in Guatemala-Stadt arbeiten
weitere Mitglieder der Organisation OASIS
ermordet:
Paulina (alias Juan Pablo Méndez Cartagena), 22-jährige OASIS-Mitarbeiterin

Am 17. Dezember 2005 wurde der als Prostituierte arbeitende Transvestit Sulma (alias Kevin Josué Alegria Robles) Berichten zufolge von Polizisten durch einen Kopfschuss schwer verletzt. Er befindet sich in kritischem Zustand im Krankenhaus. Ein weiterer ebenfalls als Prostituierte arbeitender Transvestit wurde bei dem Überfall getötet. Da Sulma Zeuge der Tötung war, ist er in Gefahr, von den Tätern erneut angegriffen und getötet zu werden. Die Behörden haben bislang aber nicht auf Anträge reagiert, ihm Polizeischutz zu gewähren.

Am frühen Morgen des 17. Dezember 2005 hielt sich Sulma zusammen mit Paulina (alias Juan Pablo Méndez Cartagena) in Zone 1 von Guatemala-Stadt an der Kreuzung zwischen der 4. Avenue und der 11. Straße auf. Plötzlich erschienen dort vier Männer auf Motorrädern, die Zeugenangaben zufolge Polizeiuniformen trugen, und forderten die Prostituierten auf, stehenzubleiben. Dann schossen sie auf die beiden. Paulina wurde von zwei Schüssen in den Kopf getroffen und starb wenige Minuten darauf. Sulma überlebte drei Einschussverletzungen und befindet sich in kritischem, aber stabilem Zustand im Krankenhaus. Er kann nur mit großer Mühe sprechen, da dem Vernehmen nach eine Kugel ihm alle Vorderzähne ausgeschlagen hat.

Mehrere andere Transvestiten haben die Tat beobachtet, wollen aber keine Aussagen machen, weil sie Repressalien der Polizei fürchten. Berichten zufolge patrouilliert die Polizei in den Straßen um den Tatort, um die Zeugen einzuschüchtern. Seit 1999 engagiert sich Sulma ehrenamtlich bei der Hilfsorganisation „Organización de Apoyo a una Sexualidad frente al Sida“ (OASIS), die in der Aids-Prävention tätig ist und Homosexuelle, Bisexuelle und Transsexuelle unterstützt. Paulina wurde 2004 bei OASIS angestellt. OASIS hat für Sulma im Krankenhaus Polizeischutz beantragt, und auch der Ombudsmann für Menschenrechte soll beim Innenministerium Schutzmaßnahmen angefordert haben. Bislang sind diese Anforderungen allerdings noch nicht umgesetzt worden.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Homosexuelle, Bisexuelle und Transsexuelle sind in Guatemala immer wieder Angriffen und Drohungen ausgesetzt. Besonders häufig werden Transvestiten angegriffen, die als Prostituierte arbeiten. An diesen Taten sollen oft auch Polizisten beteiligt sein, was Anlass zu Befürchtungen gibt, dass es sich um eine „Säuberungskampagne“ der Polizei handele. Laut Angaben von OASIS sind in diesem Jahr in Guatemala-Stadt sieben als Prostituierte arbeitende Transvestiten ermordet worden. Zudem haben Polizisten mehrfach OASIS-Mitglieder bedroht, um sie davon abzuhalten, ihr Engagement für die Rechte von sexuellen Minderheiten in Guatemala fortzusetzen. Im Mai 2003 hatten zwei Männer versucht, den OASIS-Direktor Jorge López zu entführen, dem aber die Flucht aus dem Auto der Entführer gelang. OASIS erhebt immer wieder Vorwürfe gegen die Polizei wegen Übergriffen gegen Prostituierte.

m Juni 2005 brachten die evangelischen und katholischen Kirchen eine Empfehlung für eine Gesetzesvorlage ein, die Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren verhindern soll. Seitdem werden Angehörige sexueller Minderheiten vermehrt bedroht und angegriffen. Am 7. Oktober 2005 erlag der Transvestit Michelle (alias Juan Manuel Villa Soto) seinen schweren Kopfverletzungen, die ihm durch Schläge zugefügt worden waren.

EMPFOHLENE AKTIONEN:

Schreiben Sie bitte Telefaxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie

  • Ihre Sorge um die Sicherheit von Sulma (alias Kevin Josué Alegria Robles), anderen Prostituierten und Mitgliedern der Organisation OASIS zum Ausdruck bringen;
  • die Behörden auffordern, in Abstimmung mit Sulma alle erforderlichen Maßnahmen einzuleiten, um seine Sicherheit zu gewährleisten;
  • bei den Behörden darauf dringen, dass umgehend umfassende Untersuchungen des Überfalls auf Sulma und Paulina, bei dem letzterer getötet wurde, eingeleitet und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden;
  • die Behörden auffordern, den Drangsalierungen und Angriffen gegen Prostituierte, Homo-, Bi- und Transsexuelle ein Ende zu setzen;
  • die Behörden auffordern, sicherzustellen, dass die Mitglieder der Organisation



    Petition an Innenminister Guatemalas, Enero del 2006 (Januar 2006)

    Ministro de Asuntos Interiores
    Carlos Vielman
    6ª. Avenida 4-64, zona 4, nivel 3
    Ciudad de Guatemala
    GUATEMALA

    Estimado Señor Ministro:

    Le escribo a través de la presente para expresarle mi mas profunda preocupación por la seguridad personal de Sulma, una travestí trabajadora del sexo cuyo nombre legal es Kewin Josué Alegria Robles, y para pedirle a Ud. que tome medidas inmediatas para protegerla de futuras agresiones.
    Según la Organización de Derechos Humanos Amnistía Internacional, Sulma, cuyo nombre legal es Kevin Robles, se encontraba en la Zona Uno de la Ciudad de Guatemala, en la intercepción de la 4ta. Avenida con la Calle 11 a tempranas horas del día 17 de Diciembre. Ella estaba en compañía de otra trasvesti trabajadora del sexo, Paulina (cuyo nombre legal es Juan Pablo Méndez Cartagena) cuando cuatro individuos en motocicletas, quienes según testigos vestían uniforme policial, les ordenaron detenerse para luego dispararles. Paulina recibió dos impactos de bala en la cabeza y murió pocos minutos después. Sulma recibió tres impactos de bala pero sobrevivió y ahora se encuentra en condiciones serias pero estables en un hospital. Debido a que Sulma fue testigo del asesinato de Paulina, es bastante probable que los homicidas intenten silenciarla.

    Como estoy seguro es de su entero conocimiento, la comunidad LGBT en Guatemala sufre regularmente de ataques y amenazas, y los travestís trabajadores del sexo son, frente a estos abusos, víctimas especialmente vulnerables. Oficiales de la Policía se ven con bastante frecuencia presuntamente involucrados en acciones de este tipo, lo cual apunta a la existencia de un grupo policial clandestino de “limpieza social” dentro de las fuerzas policiales oficiales. Según la Organización de Apoyo a una Sexualidad Integral frente al SIDA (OASIS), la cual trabaja en el área de prevención del VIH/SIDA y ofrece apoyo a personas Lesbianas, Gays, Bisexuales y Transgénero, cinco travestís trabajadores del sexo fueron asesinados en las calles de la Ciudad de Guatemala, esto sólo en el año 2005. La Policía ha intimidado a miembros OASIS en muchas ocasiones con la intención de impedir su trabajo legítimo de promoción e información sobre los derechos de la comunidad LGBT guatemalteca. Le pido con extremada urgencia que tome medidas inmediatas para terminar con estas intimidaciones de los trabajadores del sexo y de las personas LGBT. De igual manera incluyo a aquellos que trabajan dentro de la OASIS, para que puedan realizar su trabajo sin temor a intimidaciones.

    Para finalizar también le hago un llamado para que se lleve a cabo una investigación rápida, completa e imparcial sobre los ataques a Sulma y Paulina, que los resultados de esta investigación se hagan públicos y que se lleve ante la justicia a los responsables.

    Me despido de usted con mis más altas consideraciones y estimas.